14 Tage USA Zugreise: Chicago, Rocky Mountains & San Francisco mit dem California Zephyr
Diese Reise beginnt dort, wo die amerikanische Eisenbahn ihr Herz hat, und endet am Pazifik. Wir nehmen Sie mit auf den California Zephyr, der von Chicago aus über die Prärie nach Denver rollt, sich am nächsten Abschnitt in engen Kehren über die Kontinentale Wasserscheide schraubt und schließlich über den Donner Pass in die kalifornische Ebene fällt. Zwischen den Etappen bleibt Zeit: drei Nächte in Chicago, zwei in Denver, zwei in Salt Lake City, dazu Sacramento und San Francisco. Zwei Nächte verbringen Sie im eigenen Schlafwagenabteil, mit Frühstück im Speisewagen und einer Landschaft, die vor dem Fenster weiterzieht, während Sie noch beim Kaffee sitzen. Diese Route haben wir so gelegt, dass die beiden schönsten Streckenabschnitte bei Tageslicht liegen.
Inkludierte/exkludierte Leistungen
- 11 Nächte in Mittelklasse Hotels
- 2 Nächte im privaten Schlafwagen (Roomette) des California Zephyr, inklusive aller Mahlzeiten an Bord
- Langstreckenflug von Deutschland nach Chicago (ORD) und von San Francisco (SFO) zurück
- Bahnfahrten mit dem California Zephyr: Chicago nach Denver, Denver nach Salt Lake City, Salt Lake City nach Sacramento
- Bahnfahrt mit dem Capitol Corridor von Sacramento nach Emeryville inklusive Anschlussbus nach San Francisco
- USA eSIM inklusive Datenvolumen
- Ausführliches Roadbook per App
- USA-Reiseführer
Preis inkl. Flug p. P. im DZ ab
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- Zug
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Nach der Landung in O’Hare bringt Sie die CTA Blue Line in gut vierzig Minuten direkt in die Innenstadt, ohne Umsteigen und für unter fünf Dollar. Die Bahn taucht irgendwann aus dem Tunnel auf, fährt eine Weile im Mittelstreifen des Kennedy Expressway und schiebt sich dann zwischen die Hochhäuser des Loop, wo die Stahlträger der Hochbahn über den Straßen liegen und jedes Geräusch doppelt zurückwerfen. Aussteigen können Sie an der Station Clinton, von dort sind es wenige Minuten zu Fuß bis zur Union Station.
Den Rest des Tages lassen wir offen. Wer nach dem Flug noch Luft hat, geht die paar Blocks bis zum Chicago River und läuft am Wasser entlang, wo sich die Glasfassaden in der grünlichen Strömung brechen und die Klappbrücken in regelmäßigen Abständen den Blick nach Westen freigeben. Am späten Nachmittag fällt das Licht der Länge nach durch die Straßenschluchten, ein Effekt, den die Einheimischen trocken hinnehmen und Besucher regelmäßig stehen bleiben lässt.
Das Art Institute of Chicago liegt an der Michigan Avenue, bewacht von zwei Bronzelöwen, und beherbergt eine der bekanntesten Sammlungen des Landes. Rechnen Sie mit mehreren Stunden, denn zwischen den französischen Impressionisten, der amerikanischen Moderne und den asiatischen Sammlungen liegen lange Wege. Wir empfehlen, das Ticket vorab zu buchen und früh dort zu sein, bevor sich die großen Säle füllen.
Gleich gegenüber beginnt der Millennium Park, in dessen Mitte die polierte Edelstahlskulptur Cloud Gate steht und die gesamte Skyline in einem verzerrten Bogen zurückwirft. Von dort führt eine Brücke über die Columbus Drive hinüber zum Seeufer, wo der Lake Michigan bis zum Horizont reicht und bei auflandigem Wind Gischt über die Betonkante wirft. Der Kontrast zwischen der harten Stadtkante und dem offenen Wasser ist einer der Gründe, warum Chicago so gut funktioniert.
Für den späten Nachmittag lohnt der Chicago Cultural Center an der Washington Street, ein städtisches Kulturhaus mit freiem Eintritt. In der Preston Bradley Hall sitzt die größte Tiffany-Glaskuppel der Welt, unter der das Licht in Blau, Grün und Bernstein auf den Marmorboden fällt.
Chicago hat nach dem Großen Brand von 1871 neu gebaut und dabei die Hochhausarchitektur mit erfunden. Wer das verstehen will, beginnt im Chicago Architecture Center am Wacker Drive, wo ein Stadtmodell mit über viertausend Gebäuden auf Tischhöhe liegt und die Entwicklung vom gusseisernen Kaufhaus bis zum Wolkenkratzer aus Verbundstahl nachvollziehbar macht. Die Fensterfront des Zentrums geht direkt auf den Fluss, sodass man das Modell und das Original nebeneinander hat.
Für den Blick von oben gibt es zwei Möglichkeiten, die sich deutlich unterscheiden. Das Skydeck im Willis Tower liegt im 103. Stock auf 412 Metern und schiebt Sie in gläsernen Erkern über die Kante hinaus, sodass unter den Schuhsohlen die Straßenkreuzungen liegen. 360 Chicago an der North Michigan Avenue sitzt niedriger, dafür direkt am See, und kippt Sie auf Wunsch in einer beweglichen Fensterfront nach vorne über die Fassade. Beide arbeiten mit Zeitfenstern, eine Reservierung spart die Warteschlange.
Den Abend planen wir gerne im Berghoff in der Adams Street, einem deutsch-amerikanischen Haus, das seit über hundertfünfundzwanzig Jahren in Familienbesitz ist und in dessen dunkel getäfeltem Speisesaal die Kellner Sauerbraten und Wiener Schnitzel mit derselben Selbstverständlichkeit servieren wie das hauseigene Bier.
Der Vormittag bleibt für das, was in den beiden Vortagen liegen geblieben ist. Wenn Sie es noch nicht kennen, lohnt der Chicago French Market in der Clinton Street, eine überdachte Markthalle wenige Schritte von der Union Station, in der sich Käsetheken, Austernstände und Kaffeeröster einen langen Gang teilen. Proviant für die erste Zugnacht bekommen Sie hier in besserer Qualität als an jedem Bahnsteig.
Um 14 Uhr setzt sich der California Zephyr in der Union Station in Bewegung. Als Schlafwagengast nutzen Sie vorher die Metropolitan Lounge und steigen vor allen anderen ein, was bei einem Zug mit zwei Stockwerken und schmalen Treppen ein spürbarer Vorteil ist. Ihr Abteil liegt im Oberdeck, zwei Sitze gegenüber, ein Fenster über die gesamte Breite, und ein Wagenbetreuer, der später die Betten bezieht.
Am Nachmittag zieht Illinois vorbei, flach und geordnet, bis der Zug bei Burlington über eine Stahlbrücke den Mississippi überquert und in Iowa einfährt. Die Felder werden größer, die Orte kleiner, Getreidesilos stehen wie helle Marken im Land. Zum Abendessen sind Sie im Speisewagen angemeldet, wo an Vierertischen serviert wird und man sich unweigerlich mit Fremden unterhält. Danach wird es dunkel über der Prärie, und irgendwo hinter Omaha schlafen Sie ein, während draußen die Ebene weiterläuft.
Wenn Sie den Vorhang am Morgen aufziehen, hat sich das Land verändert. Östlich von Denver liegt hohe, trockene Ebene, und wenn die Sicht mitspielt, steht am westlichen Horizont eine gezackte blaue Linie: die Front Range, der erste Wall der Rocky Mountains. Rund neunzehn Stunden liegen dann hinter Ihnen. Der Zug rollt am Vormittag in die Denver Union Station ein, einen Bahnhof von 1881, der nach der Sanierung zur Halle mit Sesselgruppen, Buchladen und Bars geworden ist, in der Reisende und Denver selbst gleichermaßen sitzen.
Das Hotel liegt in Lower Downtown, kurz LoDo, und damit im ältesten Teil der Stadt. Die Backsteinlager aus der Zeit der Viehtransporte stehen noch, tragen heute Galerien und Brauereien, und zwischen ihnen liegen Gassen, in denen der Asphalt Reste alter Gleise freigibt. Zum Ankommen reicht ein Bummel über die 16th Street, die zentrale Fußgängerachse, auf der ein kostenloser Elektro-Shuttle im Minutentakt zwischen Bahnhof und Civic Center pendelt.
Abends empfehlen wir den Denver Milk Market im Dairy Block, wenige Gehminuten vom Bahnhof: eine ehemalige Molkerei, in der rund ein Dutzend kleiner Küchen um einen gemeinsamen Innenraum liegen, von Austern über Tacos bis zur Pizza aus dem Holzofen.
Denver liegt auf exakt einer Meile Höhe, und das merkt man am Licht, das hier härter und klarer ist als in tieferen Lagen. Wer sich für Kunst interessiert, findet mit dem Denver Art Museum einen der auffälligsten Museumsbauten des Landes, dessen titanverkleidete Kanten wie umgekippte Kristalle über den Gehweg ragen, und mit dem benachbarten Clyfford Still Museum ein ungewöhnlich stilles Gegenstück, das ausschließlich einen einzigen Maler zeigt. Beide liegen nebeneinander und lassen sich an einem Tag gut verbinden.
Alternativ bietet sich das Denver Museum of Nature & Science im City Park an, wo neben Dinosauriern und einem Planetarium eine Fensterfront den gesamten Höhenzug der Front Range einrahmt. Wer lieber raus möchte, nimmt den Flatiron Flyer ab der Union Station nach Boulder, wo die namensgebenden schräg gestellten Sandsteinplatten am Stadtrand aufragen und rostrot in der Sonne stehen.
Heute liegt die schönste Etappe der ganzen Reise vor Ihnen, rund fünfzehn Stunden von Denver bis Salt Lake City, davon der größte Teil bei Tageslicht. Kurz vor neun Uhr fährt der Zug los, dreht sich in langen Kehren die Flanke der Front Range hinauf und gibt dabei immer wieder den Blick zurück auf Denver frei, das mit jeder Schleife kleiner in der Ebene liegt. Dann verschwindet der Zug für gut zehn Minuten im Moffat Tunnel, der unter der Kontinentalen Wasserscheide hindurchführt, und kommt auf der Westseite in einem anderen Land wieder heraus.
Was folgt, ist eine Aneinanderreihung von Schluchten, die mit dem Auto niemand sehen kann, weil keine Straße dort hineinführt. Der Zug folgt dem Colorado River durch den Gore Canyon und den Byers Canyon, zwischen Felswänden, die so eng stehen, dass man von der Sightseer Lounge aus beide Seiten gleichzeitig im Blick hat. Auf dem Wasser treiben Raftingboote, und es gehört zur Tradition der Strecke, dass sich Zug und Flussfahrer gegenseitig zuwinken. Später öffnet sich der Glenwood Canyon, wo Interstate und Bahn sich den schmalen Grund teilen und das Wasser an hellen Kalksteinbänken entlangschießt.
Am späten Nachmittag erreicht der Zug Grand Junction, danach schneidet die Strecke durch den Ruby Canyon, dessen Sandstein in tiefem Rot steht, und läuft in die offene Wüste Ostutahs hinaus. Der letzte Abschnitt liegt im Dunkeln. Gegen 23:40 Uhr erreichen Sie Salt Lake City, wo der Transfer zum Hotel bereits wartet.
Salt Lake City ist nach einem Raster angelegt, dessen Blöcke so großzügig geschnitten sind, dass Ortsfremde die Entfernungen regelmäßig unterschätzen. Ausgangspunkt ist der Temple Square, das religiöse Zentrum der Stadt und zugleich ihr geometrischer Nullpunkt, von dem aus alle Adressen gezählt werden. Der Platz ist öffentlich zugänglich, das Besucherzentrum zeigt Ausstellungen zur Stadtgeschichte, und im Tabernacle mit seinem gewölbten Schildkrötendach hört man bei den öffentlichen Proben eine Akustik, die ohne Mikrofone auskommt.
Von dort führt ein knapper Anstieg hinauf zum Utah State Capitol, das auf einer Geländekante über der Stadt steht. Die Kuppel aus Granit ist frei zugänglich, innen laufen Führungen, und von der Freitreppe aus liegt das gesamte Salt Lake Valley vor Ihnen, eingefasst von der Wasatch Range im Osten und dem flachen Glitzern des Großen Salzsees im Westen.
Für den Nachmittag empfehlen wir das Natural History Museum of Utah am Osthang über der Stadt, dessen kupferne Außenhaut sich der Bergflanke anpasst und dessen Fenster den Blick zurück über das Tal öffnen. Innen geht es um Dinosaurierfunde aus dem Südosten Utahs und um die Geologie einer Landschaft, die vor Ihnen liegt. Am Abend führt der Weg in die North Temple Street zum Red Iguana, einem Familienbetrieb, der für seine acht verschiedenen Mole-Saucen bekannt ist und an dessen Tür regelmäßig gewartet wird.
Der Zug geht erst spät, was diesen Tag ungewöhnlich lang und angenehm entspannt macht. Wer sich für Himmelsmechanik interessiert, findet im Clark Planetarium am Gateway einen frei zugänglichen Ausstellungsbereich mit Mitmachstationen, dazu Vorführungen in der Kuppel. Kunstinteressierte fahren stattdessen zum Utah Museum of Fine Arts auf dem Campus der University of Utah, das von altägyptischen Objekten bis zur Gegenwartskunst einen ungewöhnlich weiten Bogen schlägt.
Wer möchte, verlegt den Tag ganz ans Wasser. Der Great Salt Lake State Park am Südufer bietet Zugang zu einem See, dessen Salzgehalt so hoch ist, dass am Ufer helle Krusten auf den Steinen liegen und die Luft mineralisch riecht. Weite und Stille sind hier das eigentliche Programm, Vögel stehen in Gruppen im flachen Wasser, und die Bergketten am gegenüberliegenden Ufer scheinen über der Oberfläche zu schweben.
Am Abend bringt Sie der Transfer zur Salt Lake Central Station. Um 23:40 Uhr fährt der California Zephyr weiter Richtung Westen, Ihr Abteil ist bereits für die Nacht hergerichtet, und während der Zug an den Bergketten Nevadas entlang in die Dunkelheit läuft, liegen Sie schon.
Gegen sechs Uhr hält der Zug in Reno, und kurz danach beginnt der zweite große Landschaftsabschnitt dieser Reise. Die Strecke steigt in die Sierra Nevada, folgt dem Truckee River flussaufwärts und arbeitet sich in langen Bögen zum Donner Pass hinauf, jener Stelle, an der 1846 eine Siedlergruppe im Schnee festsaß und der die Passhöhe ihren Namen verdankt. Hier liegen Granitkuppen, dazwischen Kiefern, und in mehreren Kehren ist die Trasse in den Fels gesprengt oder läuft unter langen hölzernen Schutzdächern hindurch.
Nach der Passhöhe kippt die Strecke nach Westen und folgt dem Kamm über dem American River Canyon, mit einem Abgrund auf der einen Seite, der stellenweise über sechshundert Meter tief abfällt. Wir empfehlen, diesen Abschnitt in der Sightseer Lounge zu verbringen, wo die Fenster bis in die Dachschräge reichen. Danach flacht das Land ab, Kiefern werden zu Eichen, Eichen zu Obstplantagen, und gegen 15 Uhr läuft der Zug in Sacramento ein. Rund sechzehneinhalb Stunden liegen dann hinter Ihnen.
Die Sacramento Valley Station liegt an der I Street und damit nur wenige Blocks vom Old Sacramento Waterfront entfernt, dem historischen Kern der Stadt am Fluss. Hölzerne Arkadengänge, Kopfsteinpflaster, dahinter die goldfarbene Hubbrücke über dem Sacramento River: Die Stadt hat ihre Goldrauschjahre konserviert, statt sie zu überbauen. Für den ersten Abend reicht ein Gang am Wasser entlang, gern mit Abschluss im Firehouse in der Second Street, einer ehemaligen Feuerwache mit Innenhof.
Diese Stadt ist der logische Ort für einen Zwischenstopp auf einer Bahnreise, denn hier begann 1863 der Bau der ersten transkontinentalen Eisenbahn nach Osten. Das California State Railroad Museum in der I Street steht direkt an der historischen Trasse und zeigt auf über zwanzigtausend Quadratmetern restaurierte Lokomotiven und Waggons, darunter einen begehbaren Schlafwagen, der auf beweglichen Böcken steht und das Schaukeln einer Nachtfahrt nachbildet. Nach zwei eigenen Nächten im Zug bekommt dieser Raum eine zusätzliche Bedeutung.
Danach führt der Weg über die Kopfsteinpflastergassen des historischen Viertels hinaus in die Innenstadt. Das California State Capitol Museum unter seiner weißen Kuppel ist kostenlos zugänglich, Führungen zeigen die restaurierten Amtsräume des 19. Jahrhunderts, und rundherum liegt ein Park mit Bäumen aus allen Regionen Kaliforniens, von der Küstenmammutbaum-Gruppe bis zur Wüstenpflanze. Wer lieber Kunst sieht, geht ins Crocker Art Museum an der O Street, das die umfangreichste Sammlung kalifornischer Malerei von der Goldrauschzeit bis heute zeigt und in einer Villa von 1872 begann.
Für den Abend empfehlen wir Midtown, das Viertel östlich des Capitols, wo viktorianische Holzhäuser, Galerien und Küchen zwischen den Straßenbäumen liegen und abends ein Publikum unterwegs ist, das mit der Behördenstadt wenig zu tun hat.
Zum letzten Bahnabschnitt wechseln Sie den Zug. Der Capitol Corridor fährt mehrmals täglich von Sacramento an die Bucht und braucht dafür knapp zwei Stunden. Die Strecke führt durch Davis, quert die Sumpf- und Kanallandschaft des Sacramento-Deltas, wo Schilfgürtel und Wasserflächen bis zum Horizont wechseln, und läuft dann bei Martinez auf die Carquinez Strait, an der Frachter vor rostbraunen Hügeln liegen. Der letzte Abschnitt verläuft am Wasser entlang mit Blick über die Bucht.
In Emeryville endet die Bahnfahrt. Von dort bringt Sie ein Anschlussbus in gut einer halben Stunde über die Bay Bridge nach San Francisco und setzt Sie an der Salesforce Plaza in der Mission Street ab, mitten im Zentrum. Auf der Brücke haben Sie die Skyline zum ersten Mal vor sich, und wenn Nebel über der Bucht liegt, ragen nur die oberen Stockwerke heraus.
Für den Rest des Tages reicht der Weg zum Ferry Building am Embarcadero, einem Markthallenbau von 1898 mit Uhrturm, in dem knapp fünfzig kalifornische Erzeuger und Küchen unter einem Glasdach liegen. Austern, Käse, Olivenöl und Kaffee, dazu draußen die Fähren, die im Viertelstundentakt ablegen. Wer noch Kraft hat, läuft den Embarcadero Richtung Norden, wo die alten Piers nummeriert am Wasser stehen und Seelöwen sich lautstark um Liegeplätze streiten.
Ein voller Tag in dieser Stadt zwingt zur Auswahl. Die naheliegende Entscheidung ist Alcatraz, die frühere Bundesgefängnisinsel in der Bucht, die heute vom National Park Service betreut wird. Die Fähre legt am Pier 33 ab, die Überfahrt dauert wenige Minuten, und der Audiorundgang durch den Zellenblock wird von ehemaligen Insassen und Wärtern gesprochen, was diesem Ort jede Romantik nimmt. Tickets gibt es ausschließlich bei Alcatraz City Cruises, dem einzigen autorisierten Betreiber, und sie sind regelmäßig Wochen im Voraus ausverkauft.
Die Alternative führt nach Westen. Über die Golden Gate Bridge läuft ein Gehweg auf der Ostseite, knapp drei Kilometer je Richtung, und wer auf halber Strecke stehen bleibt, hat unter sich die Strömung der Einfahrt, über sich die genieteten Türme in ihrem kräftigen Orangerot und vor sich die Hügelkette der Marin Headlands. Anschließend bietet sich der Golden Gate Park an, in dem mit dem de Young Museum und der California Academy of Sciences zwei sehr unterschiedliche Häuser direkt gegenüberliegen, hier Kunst hinter perforiertem Kupfer, dort Aquarium, Planetarium und eine begehbare Regenwaldkuppel unter einem begrünten Dach.
Was Sie in jedem Fall machen sollten, ist eine Fahrt mit den Cable Cars, den letzten handbetriebenen Seilbahnen der Welt im regulären Linienbetrieb. Am Trittbrett stehend geht es über die Hügel, mit diesem kurzen Moment am Kamm, wenn die Straße vorne wegkippt und die Bucht plötzlich im Bild ist. Für den Abend empfehlen wir das Tadich Grill in der California Street, dessen Wurzeln bis 1849 zurückreichen und in dem am langen Tresen seit jeher Fisch über Holzkohle gegrillt wird.
Je nach Abflugzeit bleibt am Morgen noch Zeit für einen letzten Gang. Naheliegend ist Chinatown, die älteste und größte Chinatown Nordamerikas, die hinter dem Dragon Gate an der Grant Avenue beginnt und in deren Seitengassen zwischen Teeläden und Kräuterhändlern der Alltag von der Touristenachse kaum berührt wird. Wer es ruhiger mag, nimmt den Bus zum Alamo Square und sieht sich die Painted Ladies an, jene Reihe viktorianischer Holzhäuser an der Steiner Street, hinter denen die Hochhäuser der Innenstadt stehen.
Zum Flughafen fahren Sie mit BART, der ohne Umsteigen in rund einer halben Stunde bis in das International Terminal des San Francisco International Airport durchfährt. Von dort geht es zurück nach Deutschland, mit knapp viertausend Kilometern Schiene im Rücken und dem Gefühl, ein Land nicht überflogen, sondern durchquert zu haben.
Wissenswertes zum California Zephyr
Der California Zephyr ist die bekannteste Fernstrecke des amerikanischen Bahnbetreibers Amtrak. Er verbindet Chicago mit Emeryville an der Bucht von San Francisco, legt dabei nach Angaben von Amtrak rund 2.400 Meilen oder knapp 3.900 Kilometer zurück und braucht für die Gesamtstrecke 51 Stunden und 20 Minuten. Gefahren wird täglich in beide Richtungen. Auf dieser Reise nutzen Sie die Westrichtung, aufgeteilt in drei Etappen mit Übernachtungen in Denver und Salt Lake City.
Gefahren wird mit doppelstöckigen Superliner-Wagen. Zum Zug gehören ein Schlafwagenbereich im Oberdeck, Großraumwagen der Touristenklasse, ein Speisewagen mit klassischem Service am Tisch, ein Café im Unterdeck und die Sightseer Lounge, deren Fenster bis in die Dachschräge reichen und in der die Sessel quer zur Fahrtrichtung stehen. Dieser Wagen ist für alle Reisenden zugänglich und der Ort, an dem die Landschaft am besten zur Geltung kommt.
Die drei Bahnhöfe dieser Reise könnten unterschiedlicher kaum sein. Die Union Station in Chicago ist ein Kopfbahnhof von 1925 mit einer Great Hall unter einem Tonnengewölbe aus Glas, dazu gibt es die Metropolitan Lounge für Schlafwagengäste, täglich von 8 bis 21:30 Uhr. Die Denver Union Station an der Wynkoop Street liegt mitten in Lower Downtown, fußläufig zu Hotels und Restaurants. Die Salt Lake Central Station in der 600 West ist ein reiner Verkehrsknoten mit Wartebereich, aber ohne WLAN, rund fünfzehn bis zwanzig Gehminuten vom Temple Square entfernt und per Stadtbahn in wenigen Minuten angebunden.
Beim Gepäck gelten die regulären Amtrak-Bestimmungen: ein persönlicher Gegenstand und zwei Handgepäckstücke pro Person, dazu bis zu vier aufgegebene Gepäckstücke, zwei davon kostenlos und zwei für je 20 US-Dollar. Größe und Gewicht sind begrenzt, die aktuellen Werte stehen in den Gepäckbestimmungen von Amtrak. Im Schlafwagenabteil selbst ist der Platz knapp, ein bis zwei Koffer passen, alles Weitere gehört in die Gepäckaufgabe.
Buchungsklassen im California Zephyr
Amtrak unterscheidet zwischen der Touristenklasse und dem First-Class-Bereich im Schlafwagen. In dieser Reise ist das Roomette eingerechnet, also die kleinste private Abteilkategorie. Alle Schlafwagenkategorien enthalten sämtliche Mahlzeiten an Bord, den Zugang zu den Metropolitan Lounges in den großen Bahnhöfen, bevorzugtes Einsteigen, frische Bettwäsche und Handtücher sowie einen eigenen Wagenbetreuer, der abends die Betten herrichtet.
Touristenklasse (Coach). Reservierte Sitzplätze im Ober- oder Unterdeck mit großem Sitzabstand und verstellbarer Lehne. Mahlzeiten sind nicht enthalten, der Zugang zu den Lounges ebenfalls nicht. Für eine einzelne Tagesetappe eine sinnvolle Option, für Nachtfahrten empfehlen wir sie nicht.
Roomette. Das private Abteil für bis zu zwei Personen, tagsüber zwei gegenüberliegende Sitze, nachts zwei Betten übereinander. Ein eigenes Bad gibt es hier nicht, Toilette und Dusche liegen als Gemeinschaftseinrichtungen im selben Wagen. Platz für ein bis zwei Koffer. Diese Kategorie ist in Ihrer Reise enthalten.
Bedroom. Doppelt so viel Fläche wie das Roomette, für bis zu zwei Personen, mit Sofa und separatem Sessel am Tag sowie zwei Betten in der Nacht. Entscheidender Unterschied: eigenes Waschbecken, eigene Toilette und eigene Dusche im Abteil. Die Raummaße liegen bei rund 2,15 bis 2,30 Meter Länge und 1,98 bis 2,03 Meter Breite. Der naheliegende Aufpreis für alle, die zwei Nächte an Bord verbringen.
Bedroom Suite. Zwei nebeneinanderliegende Bedrooms, deren Trennwand geöffnet wird, für bis zu vier Personen, mit zwei Bädern und Platz für drei bis vier Koffer. Buchbar nur telefonisch über Amtrak.
Family Room. Über die volle Wagenbreite, rund 2,87 Meter lang und 1,57 Meter breit, ausgelegt für zwei Erwachsene und zwei Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren, mit vier Betten. Toilette und Dusche werden hier ebenfalls im Wagen mitbenutzt.
Accessible Bedroom. Barrierefreies Abteil im Einstiegsdeck für bis zu zwei Personen, mit eigener Toilette und eigenem Waschbecken im Raum, Dusche im Wagen. Platz für einen Rollstuhl, Mahlzeiten auch als Zimmerservice.
Die schönsten Streckenabschnitte und wann sie im Hellen liegen
Bei einer Zugreise entscheidet der Fahrplan darüber, was man tatsächlich sieht. Diese Route ist so geschnitten, dass beide großen Gebirgsabschnitte am Tag liegen, während die landschaftlich weniger ergiebigen Strecken in die Nacht fallen. Das ist der eigentliche Vorteil gegenüber einer durchgehenden Fahrt von Chicago bis zur Küste.
Tag 4, Nachmittag: Illinois und der Mississippi. Nach der Abfahrt um 14 Uhr liegen die Felder des Mittleren Westens im Nachmittagslicht, gegen Abend quert der Zug bei Burlington den Mississippi. Danach wird es dunkel.
Tag 4 auf 5, Nacht: Iowa und Nebraska. Flaches Farmland und die Plains. Landschaftlich der ruhigste Abschnitt der Strecke und deshalb richtig in der Nacht platziert.
Tag 7, Vormittag: Front Range und Moffat Tunnel. Der Aufstieg aus Denver mit wechselnden Blicken zurück in die Ebene, danach die Durchfahrt unter der Kontinentalen Wasserscheide.
Tag 7, Mittag bis Nachmittag: Gore Canyon, Byers Canyon, Glenwood Canyon. Der Zug folgt dem Colorado River durch Schluchten ohne Straßenanschluss. Der stärkste Abschnitt der gesamten Reise.
Tag 7, später Nachmittag: Ruby Canyon. Roter Sandstein an der Grenze zwischen Colorado und Utah, je nach Jahreszeit im letzten Licht.
Tag 7 auf 9, Nacht und Übernachtung: Ostutah und Nevada. Wüste, Bergketten und Salzebenen, bei dieser Fahrplanlage im Dunkeln.
Tag 10, Vormittag: Truckee River, Donner Pass, Sierra Nevada. Der Aufstieg ab Reno mit Granitkuppen, Kiefern und den hölzernen Schutzdächern entlang der Trasse.
Tag 10, Mittag: American River Canyon. Die Strecke läuft auf dem Kamm über einer Schlucht, die stellenweise mehrere hundert Meter tief abfällt, mit Blick bis ins Tal hinaus.
Tag 12: Sacramento-Delta und Carquinez Strait. Auf dem Capitol Corridor Wasserflächen, Schilfgürtel und die Bucht. Kurz, aber ein schöner Ausklang.
Gut zu wissen für die Nächte im Zug
Waschen und Duschen. Im Roomette gibt es kein eigenes Bad. Toiletten und eine Duschkabine liegen im selben Wagen und werden von allen Abteilen genutzt. Handtücher, Seife und Bettwäsche stellt Amtrak. Wer auf ein eigenes Bad Wert legt, bucht das Bedroom.
Verpflegung. Für Schlafwagengäste sind Frühstück, Mittag- und Abendessen im Preis enthalten, serviert im Speisewagen am Tisch, mit Zeitfenstern, die der Wagenbetreuer vorher abstimmt. An Vierertischen wird zusammengesetzt, was für viele Gäste zum Reizvollsten der Fahrt gehört. Im Café im Unterdeck gibt es zusätzlich Kleinigkeiten und Getränke gegen Bezahlung.
Gepäck. Im Abteil ist Platz für ein bis zwei Koffer, große Stücke gehören in die Gepäckaufgabe. Wichtig für diese Reise: Was Sie unterwegs brauchen, muss mit ins Abteil, denn an das aufgegebene Gepäck kommen Sie während der Fahrt nicht heran.
Strom und Empfang. Steckdosen gibt es in den Abteilen. Ein stabiles Mobilfunknetz gibt es auf weiten Teilen der Strecke nicht, besonders nicht zwischen Denver und Salt Lake City. Planen Sie Offline-Unterhaltung ein und laden Sie Karten vorher herunter.
Pünktlichkeit. Der California Zephyr fährt größtenteils auf Gleisen von Güterbahnen, die Vorrang haben. Verspätungen von ein bis mehreren Stunden kommen regelmäßig vor, besonders in der Bergstrecke. Wir planen deshalb keine knappen Anschlüsse am Ankunftstag ein und empfehlen, Aktivitäten am Ankunftsnachmittag flexibel zu halten.
Wunschleistungen
- Aufpreis Premium Economy Class Flüge: ab 720 € p. P.
- Rail & Fly ab/bis Frankfurt in der 2. Klasse inkl. ICE Nutzung: 110 € p. P.
FAQ
Welche Staaten gehören zur Westküste der USA?
Kalifornien, Oregon und Washington bilden die Westküste der USA. Für uns ist diese Route ideal, weil sie Pazifikstrände, Großstädte, Nationalparks, Wälder und Berglandschaften auf einer Reise vereint.
Wann sollte ich die Westküste bereisen?
Frühling und Herbst sind aus unserer Sicht die angenehmsten Reisezeiten, da das Wetter häufig mild ist und weniger Besucher unterwegs sind. Im Sommer können Küstennebel, Hitze im Inland und mögliche Waldbrände die Planung beeinflussen.
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Bewertungen unserer Reisenden
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Sandra Theißen31 days ago
Wir hatten eine unvergessliche USA-Reise mit unseren 2 Söhnen an die West- und Ostküste, die von Anfang bis Ende hervorragend organisiert war. Die gesamte Reiseplanung, inklusive der übersichtlichen Begleitung über die Vamoos App, hat wunderbar funktioniert und uns das Reisen sehr angenehm gemacht. Unser ganz besonderer Dank geht an Herr Wiechert, er war während der gesamten Planung und Reise immer unser zuverlässiger Ansprechpartner. Wir haben uns jederzeit bestens beraten und betreut gefühlt. Alles war durchdacht und perfekt aufeinander abgestimmt – besser hätte unsere Reise wirklich nicht organisiert sein können. Wir sind rundum zufrieden, denken sehr gerne an diese besondere Reise zurück und können die Reiseberatung uneingeschränkt weiterempfehlen. Für zukünftige Reisen würden wir uns jederzeit wieder vertrauensvoll an Herrn Wiechert wenden. Vielen Dank für diese wunderschöne und unvergessliche Familienreise! 🇺🇸Gepostet auf Google
Nina Pfeil-Hüsken31 days ago
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Silke Raabe41 days ago
Wir waren mit der Reiseplanung von USA-Reisen Experte sehr zufrieden. Es wurden tolle Unterkünfte für uns gebucht, ein Inlandsflug sowie das Mietauto. Besonders begeistert waren wir von der Vamoos-App, in der wir immer über die aktuelle Reiseroute ect. im Bilde waren. Bei Fragen konnten wir uns jederzeit an die USA-Reisen-Experten wenden! Einfach top und auf jeden Fall weiterzuempfehlen 👍+2Gepostet auf Google
Verena Franken41 days ago
Es war eine wunderschöne, Erlebnisreiche außergewöhnliche Zeit in den USA. Das zweite Mal USA mit perfekter Planung Dank Frau Wolf!!!! Einfach ein Traum und nicht das letzte Mal+0Gepostet auf Google
Antje Yeadon50 days ago
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Marcel Hampl83 days ago
Wir sind rundum zufrieden! Unsere USA-Rundreise war perfekt geplant und organisiert. Die Beratung war stets freundlich, kompetent und auf unsere Wünsche abgestimmt. Alles hat reibungslos funktioniert und wir hatten eine unvergessliche Reise. Vielen Dank – absolute Empfehlung!Gepostet auf Google
Ingoscha Petz88 days ago
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Silvia Gewiese95 days ago
Hat alles zu 100% gepasst.Von Buchung bis zum Urlaub alles perfekt.Immer wieder gerne auch ohne Englisch Kenntnisse kann man die USA bereisen.Da Reisen Experte alles super organisiert hat.Danke dafür nochmal war ein unvergesslicher Urlaub.Gepostet auf Google
Christin98 days ago
Wir haben unsere Rundreise an der Westküste hier gebucht. Ein großes Dankeschön geht dabei an Pascal, der unsere Reise geplant hat. Er ist super auf unserer Wünsche eingegangen und hat viele Tipps für Ausflüge, Wanderungen und Restaurants gegeben.+10Gepostet auf Google
Kai103 days ago
Alles war perfekt. Viiiiielen Dank New York, Florida es war wunderschön und es lief alles reibungslos. Besser hätte man es nicht planen können. Nochmal vielen Dank Alex... Wir melden uns wenn es auf die linke Seite der schönen USA geht ☺️ lieben Gruß
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