Große Seen Rundreise: 19 Tage ab Chicago im Mietwagen

Vier der fünf Großen Seen, dazwischen Sanddünen, die höher aufragen als jedes Haus am Ufer, und Städte, die aus Erz, Bier und Musik gebaut wurden. Diese Route haben wir für Sie so zusammengestellt, dass auf jede Skyline ein stiller Küstenabschnitt folgt: von Chicagos Hochhausschluchten über die Leuchttürme von Door County und die roten Sandsteinklippen der Upper Peninsula bis nach Mackinac Island, wo Autos verboten sind und Hufe auf Asphalt klappern. Danach geht es nach Detroit, in die Stadt, in der Motown erfunden wurde, und über den Erie-See zurück an die Dünenküste des Lake Michigan. 19 Tage, ein Mietwagen, elf Stationen und ein Horizont, der ständig aussieht wie Meer und doch keines ist. 

Chicago – Door County – Pictured Rocks National Lakeshore – Mackinac Island – Traverse City – Detroit – Indiana Dunes National Park

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Inkludierte/exkludierte Leistungen

  • 18 Nächte in Mittelklasse Hotels 
  • Langstreckenflug von Deutschland nach Chicago und von Chicago zurück 
  • Mietwagen Kategorie Midsize SUV 
  • Gebühr für 2. Fahrer inklusive 
  • Vollkaskoversicherung ohne Selbstbehalt 
  • USA eSIM inkl. Datenvolumen 
  • Ausführliches Roadbook per App 
  • Große-Seen-Reiseführer 
  • Fährtickets Mackinaw City nach Mackinac Island  

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Ihr Reiseplan

Ihr Flug landet am Chicago O’Hare International Airport, und schon der Weg in die Innenstadt zeigt, worauf Sie sich einlassen: Erst kommen die endlosen Backsteinreihen der Vororte, dann schiebt sich die Skyline ins Fenster, eine Wand aus Stahl und Glas, die an einem klaren Nachmittag messerscharf gegen den Himmel steht. Den Mietwagen holen wir bewusst noch nicht ab, denn Chicago erleben Sie in den kommenden Tagen zu Fuß, mit der Hochbahn und dem Bus, und ein Auto wäre in der Innenstadt eher Ballast als Hilfe. 

Nach dem Check-in reicht die Energie meist noch für einen ersten Spaziergang. Der Millennium Park liegt zentral, und dort spiegelt die polierte Edelstahlbohne Cloud Gate die Hochhäuser in verzerrten Bögen. Wer noch ein paar Schritte anhängt, landet am Ufer des Lake Michigan, wo der Wind auch an warmen Tagen kühl vom Wasser kommt und Jogger, Radfahrer und Fischer sich denselben Uferweg teilen. 

Zum Abendessen empfehlen wir das, wofür die Stadt berühmt ist: Deep Dish Pizza, dick wie ein Auflauf, mit Tomatensauce obenauf. Bei Lou Malnati’s bekommen Sie eine der bekanntesten Varianten, und die Wartezeit auf den Ofen ist ein guter Moment, um den Jetlag mit einem lokalen Bier abzufedern. 

Chicago versteht man am besten vom Fluss aus. Die Bootstouren des Chicago Architecture Center fahren durch die Schlucht aus Hochhäusern, die sich beidseitig des Chicago River auftürmt, und die Guides erzählen unterwegs, warum diese Stadt nach dem großen Brand von 1871 zum Labor der modernen Architektur wurde. Vom Boot aus wirken die Fassaden anders als von der Straße: Man sieht die Rückseiten, die Nieten, die Brücken, die sich für Segelboote nach oben klappen. 

Am Nachmittag geht es in die Vertikale. Der Skydeck im Willis Tower liegt im 103. Stock, und die gläsernen Balkone ragen so weit über die Fassade hinaus, dass der Blick zwischen den eigenen Schuhen 412 Meter tief nach unten fällt. Wer lieber auf festem Boden bleibt, spaziert stattdessen zum Navy Pier, wo das Riesenrad über dem See dreht und Ausflugsboote ablegen. 

Der Vormittag gehört der Kunst. Das Art Institute of Chicago hängt voll mit Namen, die man aus Büchern kennt, und der eigentliche Reiz liegt darin, wie ruhig es in den Seitenkabinetten wird, sobald man die Hauptachse verlässt. Zwei Stunden reichen für einen guten Querschnitt, drei sind angenehmer. 

Alternativ zieht es Sie an den Museum Campus südlich der Innenstadt. Im Field Museum steht das vollständigste je gefundene Skelett eines Tyrannosaurus rex, und von der Terrasse vor dem Eingang haben Sie den Blick auf die Skyline, den sonst nur Postkarten zeigen. Beides an einem Tag wird eng, wir empfehlen, sich zu entscheiden. 

Abends dann das, was Chicago musikalisch geprägt hat. In Clubs wie Kingston Mines spielen zwei Bands auf zwei Bühnen im Wechsel, sodass die Musik nie abreißt. Der Raum ist eng, laut und verraucht vom Küchendunst, und genau das macht den Abend aus. 

Heute übernehmen Sie den Mietwagen und verlassen die Stadt nach Norden. Rund 149 Kilometer liegen vor Ihnen, gut anderthalb Stunden auf dem Interstate, vorbei an Industriehäfen und flachen Feldern, bis Milwaukee mit seinen Kirchtürmen und Brauereischloten auftaucht. Die Stadt trägt ihre deutschen und polnischen Wurzeln offen: Straßennamen, Bierhallen, Backsteingiebel. 

Direkt am Seeufer steht der Bau, an dem sich die Stadt neu erfunden hat. Das Milwaukee Art Museum trägt ein bewegliches Sonnensegel aus 72 weißen Stahlrippen, das sich zweimal täglich öffnet und schließt wie ein Flügelpaar. Von innen fällt das Licht durch diese Rippen in langen Streifen auf den weißen Boden der Eingangshalle. Wer lieber Maschinen als Gemälde mag, fährt zum Harley-Davidson Museum, wo mehr als hundert Jahre Motorradbau in Reih und Glied stehen und es nach Öl und altem Leder riecht. 

Den Abend planen wir gerne im Historic Third Ward, dem alten Lagerhausviertel südlich der Innenstadt. Im Milwaukee Public Market reihen sich neunzehn Stände unter einem Dach, und wer den deutschen Faden weiterspinnen will, isst bei Mader’s, das seit über hundert Jahren bayerische Küche unter Ritterrüstungen serviert. 

Weiter nach Norden, 247 Kilometer und rund zwei Stunden zwanzig, immer die Westküste des Lake Michigan entlang. Hinter Green Bay wird das Land schmaler, die Felder weichen Obstplantagen, und irgendwann ahnen Sie, dass links und rechts nur noch wenige Kilometer Land bis zum Wasser liegen. Sturgeon Bay sitzt genau an der Stelle, an der ein Kanal die Halbinsel Door County durchschneidet und Schiffen den langen Umweg um die Spitze erspart. 

Die Stadt lebt bis heute vom Schiffbau, und das Door County Maritime Museum macht das greifbar. Der zehnstöckige Leuchtturm-Turm des Museums öffnet den Blick über Werft, Kanal und Bucht, und am Steg liegt der Schlepper John Purves, ein Arbeitsschiff mit rotem Rumpf, durch das Führungen gehen: enge Niedergänge, Maschinenraum, Kojen, alles so belassen, wie es zuletzt gefahren wurde. 

Am späten Nachmittag lohnt der kurze Weg hinaus zum Kanal, wo sich zwei Leuchttürme die Einfahrt teilen. Der rote Pierkopf-Turm steht am Ende einer Mole, und wenn Wind aufkommt, schlägt die Gischt über die Steine. 

Heute bleibt der Koffer im Hotel. Door County ist eine Halbinsel von rund achtzig Kilometern Länge, und die Wege zwischen den Höhepunkten sind kurz. Beginnen Sie an der Ostküste: Im Cave Point County Park hat die Brandung Dolomitfelsen ausgehöhlt, sodass die Wellen unter dem Gestein einschlagen und das Wasser durch Spalten nach oben schießt. Bei ruhiger See sieht man von oben in türkis schimmernde Unterwasserhöhlen, bei Wind steht man in der Sprühfahne. 

Direkt daneben liegt der Whitefish Dunes State Park, dessen Sandwälle bis zu 28 Meter hoch stehen, gehalten von Strandhafer und Kiefern. Von dort führt die Fahrt quer über die Halbinsel und nach Norden in den Peninsula State Park, wo der Eagle Tower über die Baumkronen ragt und eine lange Holzrampe barrierefrei nach oben führt. Der Blick reicht über die Green Bay und die vorgelagerten Inseln. 

In Sister Bay wächst Gras auf dem Dach von Al Johnson’s, und darauf grasen Ziegen, was seit Jahrzehnten für Auflauf auf dem Parkplatz sorgt. Den Abend legen wir Ihnen mit einem Fish Boil ans Herz, der Küchentradition der Region: Kartoffeln, Zwiebeln und Weißfisch aus dem Lake Michigan kochen in einem Kessel über offenem Feuer, und zum Schluss schüttet der Koch Petroleum in die Flammen, sodass der Kessel in einer Stichflamme überkocht und das Fett mit hinausschwappt. Das White Gull Inn in Fish Creek macht das seit Generationen. 

Der längste Umweg der Reise ist zugleich einer der schönsten. 349 Kilometer und knapp vier Stunden führen Sie um den Kopf der Green Bay herum, durch Michigans Upper Peninsula, wo die Ortschaften seltener werden und Nadelwald den Straßenrand säumt. Ab und zu öffnet sich links das Wasser, dann wieder schließt sich der Wald. Spätestens hier merken Sie, dass die Großen Seen keine Seen im europäischen Sinn sind: Der Horizont ist leer, und Wellen laufen in langen Linien an den Strand. 

Marquette liegt am Südufer des Lake Superior, des größten und kältesten der fünf Seen. Die Stadt ist aus Eisenerz gebaut, und der stillgelegte Verladekai im Hafen steht bis heute als schwarze Stahlkonstruktion über dem Wasser. Zum Ankommen fahren Sie hinaus zum Presque Isle Park, einer bewaldeten Halbinsel mit einer Rundstraße, an deren Nordseite die Black Rocks aus dunklem Vulkangestein senkrecht ins Wasser abfallen. Am Sunset Point steht abends halb Marquette und schaut nach Westen. 

Zum Abendessen gehen Sie ins Ore Dock Brewing mitten in der Stadt, eine Brauerei in einer alten Lagerhalle, wo unter der Woche oft Livemusik läuft. 

Der Tagesausflug nach Osten lohnt jede Minute. Rund 70 Kilometer und eine gute Dreiviertelstunde trennen Marquette von Munising, dem Tor zum Pictured Rocks National Lakeshore. Dort steigen Sandsteinklippen bis zu 60 Meter senkrecht aus dem Lake Superior, und Sickerwasser hat sie über Jahrtausende gefärbt: Eisen zeichnet rostrote Bahnen, Kupfer blaugrüne, Mangan schwarze Streifen, sodass die Wand aussieht, als sei Farbe darüber gelaufen. 

Vom Wasser aus wirkt das am stärksten. Die Boote von Pictured Rocks Cruises legen am Stadtsteg von Munising ab und fahren zwei bis drei Stunden an der Küste entlang, dicht genug an die Felsen heran, dass man die Schichtung im Stein erkennt. Wer lieber an Land bleibt, fährt zum Aussichtspunkt Miners Castle, wo eine Plattform über der Klippe hängt, und wandert danach zu den Munising Falls, deren Wasser über eine überhängende Sandsteinkante in ein moosgrünes Rund fällt. 

Zurück in Marquette bleibt Zeit für den Leuchtturm am Hafen. Das Marquette Maritime Museum führt in geführten Touren hinauf, und von der Galerie sehen Sie den ganzen Bogen der Bucht. 

268 Kilometer und rund zwei Stunden fünfzig führen quer durch die Upper Peninsula nach Osten, eine ruhige Strecke mit Seen, Mooren und langen Waldstücken. Am Ende steht das Bauwerk, an dem sich Michigan misst: Die Mackinac Bridge spannt sich über fast acht Kilometer über die Meerenge, in der Lake Michigan und Lake Huron ineinanderfließen. Bei Wind schwingt die Fahrbahn spürbar, und der Blick nach unten geht auf Wasser, das je nach Licht stahlgrau oder tiefblau wirkt. 

In Mackinaw City am Südufer stehen zwei Zeugen der Vergangenheit direkt nebeneinander. Colonial Michilimackinac ist der wiederaufgebaute Palisadenposten aus französischer und britischer Zeit, in dem Darsteller Handwerk und Alltag des 18. Jahrhunderts zeigen und regelmäßig Musketen abgefeuert werden. Gleich daneben duckt sich der cremeweiße Turm des Old Mackinac Point Lighthouse unter die Brücke, und von seiner Galerie sieht man Frachter durch die Meerenge ziehen. 

Heute bleibt der Mietwagen stehen. Die Fähren von Shepler’s brauchen für die Überfahrt nach Mackinac Island nur wenige Minuten, und mit dem Anlegen wechselt das Tempo: Auf der Insel sind Autos seit 1898 verboten. Stattdessen klappern Hufe auf Asphalt, Kutschen bringen Gepäck zu den Hotels, und der Fahrradverleih am Hafen ist die beste Investition des Tages. 

Die Uferstraße M-185 führt in gut dreizehn Kilometern einmal um die Insel, immer am Wasser, ohne eine einzige Steigung. Unterwegs liegen Kalksteinbögen, Kieselstrände und Blicke zurück auf die Brücke. Oberhalb des Hafens thront Fort Mackinac auf der Klippe, weiß getüncht, mit Kanonen, die über den Hafen zeigen. Wer nur einen Punkt ansteuert, nimmt diesen. 

Zwischendurch gehört ein Stück Fudge dazu, jene dichte Zuckerkonfekt-Platte, für die die Insel bekannt ist und die bei Murdick’s seit 1887 auf Marmortischen gezogen wird. Auf der Veranda des Grand Hotel sitzen Sie in weißen Korbstühlen über dem Wasser, 200 Meter lang zieht sich die Front am Hang entlang. 

189 Kilometer und rund zwei Stunden führen über die Brücke zurück auf die Lower Peninsula und weiter nach Süden. Die Landschaft wird sanfter, Obstplantagen ziehen sich über die Hügel, und Traverse City liegt am Ende einer tief eingeschnittenen Bucht, die von einer schmalen Landzunge in zwei Arme geteilt wird. 

Diese Landzunge ist das Ziel des Nachmittags. Die Old Mission Peninsula ist an manchen Stellen kaum einen Kilometer breit, sodass links und rechts gleichzeitig Wasser blitzt, und auf den Hängen dazwischen stehen Reben. Die Betriebe des Old Mission Peninsula Wine Trail schenken Riesling und Pinot Grigio aus, und von den Terrassen fällt der Blick über Weinstöcke hinweg auf die Bucht. Am Ende der Straße steht ein weißer Holzleuchtturm im Gras. 

Abends essen Sie in der Innenstadt, die trotz Kleinstadtformat eine ernstzunehmende Küche hat. Die Trattoria Stella liegt im Kellergewölbe einer ehemaligen Heilanstalt, deren Backsteinbauten heute Läden und Restaurants beherbergen. 

410 Kilometer und knapp vier Stunden liegen zwischen der Bucht und der Motor City. Die Strecke führt durch das flache Innere Michigans, an Silos, Farmen und langen Alleen vorbei, und je näher Detroit rückt, desto mehr Werkshallen stehen am Straßenrand. Wir empfehlen, früh loszufahren, damit vom Nachmittag noch etwas übrig bleibt. 

Detroit hat sich in den letzten Jahren neu sortiert, und am deutlichsten sieht man das am Fluss. Der Detroit Riverwalk zieht sich über mehrere Kilometer am Ufer entlang, mit Blick auf Frachter, Brücken und die Skyline von Windsor, das auf der kanadischen Seite liegt und tatsächlich südlich von Detroit steht. 

Zum Abendessen empfehlen wir Barbecue in Corktown, dem ältesten Viertel der Stadt. Bei Slows Bar BQ kommt das Fleisch aus dem Räucherofen auf Blechschalen, und die Wände sind mit dunklem Holz verkleidet. 

Beginnen Sie den Tag in Dearborn, wenige Kilometer westlich der Innenstadt. Das Henry Ford Museum ist keine reine Autohalle, sondern ein Querschnitt amerikanischer Alltagsgeschichte: der Bus, in dem Rosa Parks sitzen blieb, Präsidentenlimousinen, Dampfloks, Küchen aus fünf Jahrzehnten. Wer mehr Zeit mitbringt, hängt das benachbarte Greenfield Village an, ein Freilichtgelände mit versetzten Originalgebäuden, durch das Ford-Modelle von 1914 fahren. 

Nachmittags fahren Sie zurück in die Stadt, zu einem unscheinbaren Reihenhaus an der West Grand Boulevard. Im Motown Museum steht Studio A, ein kleiner, niedriger Raum mit abgetretenem Linoleum, in dem in den Sechzigern Hunderte Hits aufgenommen wurden. Die Führungen enden traditionell mit einem gemeinsam gesungenen Refrain. Alternativ lohnt das Detroit Institute of Arts mit Diego Riveras Wandbildzyklus zur Autoindustrie, der einen ganzen Innenhof umschließt. 

Heute steht die zweitlängste Etappe an: 436 Kilometer und rund vier Stunden zehn von Detroit über Ohio nach Erie in Pennsylvania. Die Strecke folgt weitgehend dem Südufer des Erie-Sees, streift Toledo und Cleveland und läuft dann in eine Landschaft aus Weinbergen und Obstwiesen, denn hier liegt eines der ältesten Weinbaugebiete der USA. 

Erie ist eine Hafenstadt mit einem einzigen, sehr direkten Aussichtspunkt. Der Bicentennial Tower steht am Ende der Mole von Dobbins Landing, und von der oberen Plattform in gut 42 Metern Höhe sehen Sie die geschützte Presque Isle Bay, die Landzunge davor und bei klarer Sicht die kanadische Küste am anderen Ufer. 

Gleich nebenan liegt das Erie Maritime Museum, Heimathafen der Nachbaubrigg Niagara, mit der Oliver Hazard Perry 1813 die Seeschlacht auf dem Erie-See gewann. Ob das Schiff am Steg liegt, hängt vom Fahrplan ab. 

Bevor es weitergeht, lohnt der kurze Abstecher auf die Landzunge vor der Stadt. Der Presque Isle State Park ist über eine einzige Straße erreichbar, die sich in einer Schleife durch Sanddünen, Lagunen und lichten Wald zieht. Elf Kilometer Sandstrand liegen hier hintereinander, dazwischen stille Buchten, in denen Reiher stehen. Am Eingang informiert das Tom Ridge Environmental Center mit freiem Eintritt und einem Aussichtsturm über die Entstehung der Halbinsel. 

Keine hundert Meter vom Parkeingang entfernt steht Sara’s, ein Imbiss mit Grill, Eistheke und Milchshakes, der zum Strandtag in Erie gehört wie der Sand in den Schuhen. 

Danach führen 163 Kilometer und rund anderthalb Stunden westwärts nach Cleveland. Die Stadt hat ihr Seeufer der Musik gewidmet: Die Rock & Roll Hall of Fame sitzt in einem Glaspyramidenbau von I. M. Pei direkt am Wasser, und drinnen hängen Bühnenkleidung, handgeschriebene Textzettel und Gitarren, die man aus Plattencovern kennt. Planen Sie mindestens drei Stunden ein, sonst hetzen Sie. 

Zum Abendessen gehören zwei Klassiker zur Auswahl: die riesigen Corned-Beef-Sandwiches bei Slyman’s oder ein Bier in der Great Lakes Brewing Company gegenüber dem historischen West Side Market. 

Der längste Fahrtag der Reise: 526 Kilometer und knapp fünf Stunden reine Fahrzeit führen um die Südspitze des Lake Michigan herum, durch Ohio und Indiana und wieder nach Michigan hinein. Die Strecke ist unspektakulär, dafür schnell, und der Kontrast am Ziel umso größer. Saugatuck liegt an der Mündung des Kalamazoo River in den Lake Michigan, ein Ort mit vielleicht tausend Einwohnern, Galerien in Holzhäusern und Segelbooten am Steg. 

Wenn Sie am späten Nachmittag ankommen, fahren Sie direkt weiter zum Oval Beach. Der Strand liegt hinter einem Dünenkamm, feiner heller Sand, im Rücken bewaldete Hügel, und der Blick geht nach Westen über offenes Wasser. Abends verfärbt sich der See von Blau über Kupfer zu Grau. 

Ein Tag ohne Etappe, und Saugatuck ist klein genug, um ihn zu Fuß und mit kurzen Fahrten zu füllen. Nördlich des Ortes zieht sich der Saugatuck Dunes State Park über bewaldete Dünenrücken bis ans Wasser. Die Wege steigen sandig an, oben stehen Kiefern schief im Wind, und nach dem letzten Kamm liegt ein Strand, an dem an vielen Tagen kaum jemand ist. 

Zurück im Ort setzt die Chain Ferry über den Kalamazoo River, ein handbetriebenes Boot, das sich an einer Kette über den Fluss zieht und seit dem 19. Jahrhundert im Dienst steht. Auf der anderen Seite führt eine Treppe mit über 300 Stufen auf den Aussichtshügel Mount Baldhead, von dem der Blick über Fluss, Ort und See geht. 

Am Abend empfehlen wir das benachbarte Douglas, das mit Saugatuck praktisch zusammengewachsen ist. Das Everyday People Cafe kocht dort seit Jahren saisonal und mit regionalen Zutaten. 

Nur 133 Kilometer und gut eine Stunde fünfzehn trennen Saugatuck von Michigan City, und weil die Strecke kurz ist, bleibt der ganze Nachmittag für den eigentlichen Grund dieses Stopps. Der Indiana Dunes National Park zieht sich über rund 24 Kilometer Küste an der Südspitze des Lake Michigan, und die Kombination ist ungewöhnlich: Wanderdünen, Moore und Prärie, dahinter die Schlote der Stahlwerke von Gary und am Horizont bei klarer Luft die Skyline von Chicago. 

Der Dune Succession Trail am West Beach führt über Holztreppen durch alle Stadien einer Dünenlandschaft, von blankem Sand über Strandhafer bis zum geschlossenen Wald, und oben steht man mit Sand in den Schuhen vor einem Panorama aus Wasser, Industrie und Stadt. Wer lieber am Ort bleibt, besucht in Michigan City den alten Leuchtturm, in dem heute das Old Lighthouse Museum untergebracht ist. 

Zum letzten Abend in den USA empfehlen wir das Fiddlehead in Michigan City, das gehobene amerikanische Küche in einem umgebauten Altbau serviert. 

Die letzte Etappe ist kurz: rund 115 Kilometer und je nach Verkehr anderthalb bis zwei Stunden von Michigan City zum Chicago O’Hare International Airport, entlang der Südspitze des Sees und quer durch die Vororte. Je nach Abflugzeit reicht die Zeit noch für einen letzten Blick auf die Skyline, die auf der Fahrt eine Weile links im Dunst steht, oder für einen Kaffee unterwegs. 

Am Flughafen geben Sie den Mietwagen zurück, danach geht es zurück nach Deutschland. Im Gepäck: Sand aus vier Bundesstaaten, ein Kopf voller Leuchttürme und die Erkenntnis, dass man vier der fünf Großen Seen gesehen haben kann und trotzdem das Gefühl hat, gerade erst angefangen zu haben. 

Wunschleistungen

  • Aufpreis Premium Economy Class Flüge: ab 720 € p. P.
  • Rail & Fly ab/bis Frankfurt in der 2. Klasse inkl. ICE Nutzung: 110 € p. P.
  • America The Beautiful Pass 250,- USD

FAQ

Welche Bundesstaaten gehören zu den Great Lakes?

Rund um die Großen Seen liegen unter anderem Illinois, Michigan, Minnesota, Wisconsin, Ohio, Pennsylvania und New York. Für uns ist die Region besonders spannend, weil sich Großstädte, ruhige Küstenorte und viel Natur auf einer Reise verbinden lassen.

Wann sollte ich die Great Lakes besuchen?

Für Badeurlaub, Roadtrips und Outdoor-Aktivitäten empfehlen wir Juni bis September. Besonders reizvoll finden wir auch den Herbst, wenn sich die Wälder in Michigan, Wisconsin und Minnesota in kräftige Rot- und Goldtöne verwandeln.

Was kann ich an den Great Lakes unternehmen?

An den Great Lakes lassen sich entspannte Strandtage wunderbar mit Wanderungen, Kajaktouren und Panoramafahrten verbinden. Für uns sind gerade die kleinen Küstenorte und Naturstrände ein echtes Highlight, auch wenn das Wasser selbst im Sommer oft kühl bleibt.

Welche Nationalparks liegen in der Region?

Isle Royale in Michigan und Indiana Dunes am Lake Michigan sind zwei besonders schöne Schutzgebiete der Region. Für Isle Royale empfehlen wir eine frühe Planung, da die Insel nur per Fähre oder Wasserflugzeug erreicht wird.

Welche Städte kann ich mit den Great Lakes verbinden?

Chicago, Detroit, Cleveland und Milwaukee passen hervorragend zu einer Great-Lakes-Rundreise. Wir mögen besonders die Kombination aus Chicagos Architektur, entspannten Seetagen in Michigan und kulinarischen Stopps in Milwaukee.

„Was mich an den USA immer wieder begeistert, sind die Momente, die man nicht kaufen kann. Ein Sonnenuntergang in den Rocky Mountains, bei dem die Gipfel in Orange und Rot glühen. Eine Begegnung mit Einheimischen in einem kleinen Diner in Colorado, die einen so herzlich empfangen, als würde man sich seit Jahren kennen. Oder der erste Blick auf die kalifornische Küste, wo die Klippen ins Meer fallen und man einfach stehen bleibt. Diese Erlebnisse sind es, für die ich in die USA fahre. Immer wieder.“
Porträt eines Mannes mit kurzem, dunklem Haar und einem blauen Hemd, der lächelt und die Arme verschränkt.
Thomas Wiechert
USA-Experte

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Bewertungen unserer Reisenden

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Sandra Theißen
24 days ago
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Nina Pfeil-Hüsken
24 days ago
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Silke Raabe
34 days ago
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Verena Franken
34 days ago
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Es war eine wunderschöne, Erlebnisreiche außergewöhnliche Zeit in den USA. Das zweite Mal USA mit perfekter Planung Dank Frau Wolf!!!! Einfach ein Traum und nicht das letzte Mal
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Antje Yeadon
43 days ago
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Marcel Hampl
76 days ago
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Ingoscha Petz
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Silvia Gewiese
88 days ago
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Christin
91 days ago
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Wir haben unsere Rundreise an der Westküste hier gebucht. Ein großes Dankeschön geht dabei an Pascal, der unsere Reise geplant hat. Er ist super auf unserer Wünsche eingegangen und hat viele Tipps für Ausflüge, Wanderungen und Restaurants gegeben.
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Kai
96 days ago
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Alles war perfekt. Viiiiielen Dank New York, Florida es war wunderschön und es lief alles reibungslos. Besser hätte man es nicht planen können. Nochmal vielen Dank Alex... Wir melden uns wenn es auf die linke Seite der schönen USA geht ☺️ lieben Gruß

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„Was mich an den USA immer wieder begeistert, sind die Momente, die man nicht kaufen kann. Ein Sonnenuntergang in den Rocky Mountains, bei dem die Gipfel in Orange und Rot glühen. Eine Begegnung mit Einheimischen in einem kleinen Diner in Colorado, die einen so herzlich empfangen, als würde man sich seit Jahren kennen. Oder der erste Blick auf die kalifornische Küste, wo die Klippen ins Meer fallen und man einfach stehen bleibt. Diese Erlebnisse sind es, für die ich in die USA fahre. Immer wieder.“
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Thomas Wiechert
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