Süßwassermeere und Leuchtturmlicht: Die Großen Seen der USA
Fünf Seen, so groß, dass am Horizont kein Ufer mehr steht, und dazwischen Städte, die klingen, bauen und schrauben. Diese Route haben wir für Sie so zusammengestellt, dass beides Platz hat: die Architektur von Chicago und Detroit auf der einen Seite, auf der anderen die roten Sandsteinwände der Pictured Rocks, die Kirschgärten von Door County, Sanddünen über dem Lake Michigan und eine Insel, auf der seit über hundert Jahren kein Auto fährt. In 16 Tagen fahren Sie am Wasser entlang von Chicago bis in die Upper Peninsula und über die Mackinac Bridge zurück nach Süden. Sie hören morgens Möwen über einem Hafenbecken und abends ein Akkordeon in einer Kneipe in Milwaukee. Wir nehmen Sie mit in einen Teil der USA, den die meisten Reisenden auf dem Weg nach Westen überfliegen.
Inkludierte/exkludierte Leistungen
- 15 Nächte in Mittelklasse Hotels
- Langstreckenflug von Deutschland nach Chicago und ab Chicago zurück
- Mietwagen Kategorie Midsize SUV
- Gebühr für 2. Fahrer inklusive
- Vollkaskoversicherung ohne Selbstbehalt
- USA eSIM inkl. Datenvolumen
- Ausführliches Roadbook per App
- USA-Reiseführer
Preis inkl. Flug p. P. im DZ ab
Entdecken Sie Ihre Reiseroute
- Mietwagen
- 1Chicago3 Nächte
- 2Milwaukee1 Nacht
- 3Door County2 Nächte
- 4Marquette2 Nächte
- 5Sault Ste. Marie1 Nacht
- 6St. Ignace2 Nächte
- 7Traverse City1 Nacht
- 8Detroit2 Nächte
- 9Holland1 Nacht
Straßenverlauf: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Ihr Reiseplan
Nach dem Langstreckenflug landen Sie am Chicago O’Hare International Airport. Die Einreiseformalitäten brauchen erfahrungsgemäß ihre Zeit, danach bringt Sie der Transfer in Ihr Hotel in der Innenstadt. Einen Mietwagen benötigen Sie in den kommenden drei Tagen nicht. Chicago erschließt sich zu Fuß und mit der Hochbahn, deren Waggons in der Kurve quietschend zwischen den Fassaden der Loop hindurchrattern, dicht genug, um in die Büros hineinzusehen.
Wenn die Zeit reicht, laufen Sie am Abend noch ein paar Blocks. Im Millennium Park biegt sich die Skyline in der polierten Stahlhaut der Cloud Gate, Menschen fotografieren dort ihr eigenes, in die Länge gezogenes Spiegelbild. Ein paar Minuten weiter führt der Chicago Riverwalk auf Höhe des Wassers durch die Stadt. Es riecht nach Fluss und aufgeheiztem Beton, Ausflugsboote schieben sich unter den Klappbrücken durch, und das Abendlicht fällt nur noch in schmalen Streifen zwischen den Türmen hindurch.
Für den ersten Abend empfehlen wir Ihnen etwas Bodenständiges in Hotelnähe und einen frühen Feierabend. Der Jetlag holt Sie sonst am zweiten Tag ein, und der hat einiges vor.
Chicago erklärt sich am besten vom Fluss aus, und dafür gibt es die Architekturfahrt des Chicago Architecture Center. Vom offenen Oberdeck aus schieben sich die Hochhäuser als geschlossene Wand an Ihnen vorbei, dunkler Stahl neben cremefarbenem Terrakotta, Glasfassaden, in denen sich die Nachbartürme verdoppeln. Die Guides erzählen dabei, warum diese Stadt nach dem großen Brand von 1871 zum Labor der modernen Hochhausarchitektur wurde.
Am Nachmittag empfehlen wir Ihnen das Art Institute of Chicago am Michigan Avenue, bewacht von zwei bronzenen Löwen. Hinter der Fassade hängen Hoppers nächtliche Imbisstheke Nighthawks und Grant Woods American Gothic, dazu einer der größten Bestände französischer Impressionisten außerhalb Europas. Nehmen Sie sich zwei bis drei Stunden und lassen Sie den Rest liegen, das Haus ist zu groß für einen Durchmarsch.
Den Abend planen wir gerne im Loop oder im West Loop, wo aus umgebauten Lagerhallen inzwischen einige der besten Küchen der Stadt geworden sind. Wer lieber Musik hört als lange isst, findet in Chicago an fast jedem Abend Blues, denn hier hat die elektrisch verstärkte Variante dieser Musik ihre Form gefunden.
Der Museum Campus liegt auf einer Landzunge im Lake Michigan, und der Weg dorthin lohnt sich schon wegen des Rückblicks: Von hier steht die gesamte Skyline gebündelt vor dem Wasser. Im Field Museum wartet unter anderem SUE, eines der vollständigsten je gefundenen Skelette eines Tyrannosaurus rex, dazu Sammlungen zur Naturgeschichte, für die man leicht einen halben Tag verliert.
Am Nachmittag geht es in die Höhe. Vom Skydeck Chicago im Willis Tower blicken Sie aus dem 103. Stockwerk über die Dächer, an klaren Tagen bis weit über die Seefläche hinaus. Wer schwindelfrei ist, tritt auf eine der gläsernen Boxen, die aus der Fassade ragen, und sieht unter den eigenen Schuhen die Straßenschluchten in die Tiefe stürzen.
Alternativ verbringen Sie den Nachmittag am Wasser: Der Lakefront Trail führt kilometerweit am Ufer entlang, vorbei an Stränden mit hellem Sand, und endet im Norden am Navy Pier, wo das Riesenrad langsam über dem See kreist. Für den letzten Chicagoer Abend empfehlen wir eine der Rooftop-Bars am Fluss, wenn das Licht in den Fenstern der Türme angeht.
Heute übernehmen Sie Ihren Mietwagen in der Innenstadt und lassen Chicago nach Norden hinter sich. Rund 149 Kilometer liegen vor Ihnen, etwa eineinhalb Stunden über den Interstate, vorbei an Vorstadtstreifen, Wassertürmen mit Ortsnamen darauf und den ersten flachen Feldern von Wisconsin. Kurz vor Milwaukee öffnet sich links wieder der See.
In Milwaukee steht direkt am Ufer das Milwaukee Art Museum, dessen weißer Pavillon von Santiago Calatrava mehrmals am Tag seine Flügel aufklappt und wieder schließt, ein bewegliches Sonnendach aus schmalen Stahlrippen, das sich über der Halle spannt wie ein Rippenbogen. Drinnen hängen unter anderem Werke von Georgia O’Keeffe, draußen führt eine Fußgängerbrücke über die Uferstraße zurück in die Stadt.
Für den Abend empfehlen wir Ihnen das Historic Third Ward, das alte Lagerhausviertel südlich des Flusses, wo hinter Backsteinfassaden und gusseisernen Feuertreppen heute Galerien, Läden und Restaurants stecken. Im Milwaukee Public Market riecht es nach frisch aufgeschnittenem Käse, Räucherfisch und gebackenem Teig, und an den hohen Tischen im Obergeschoss sitzt man mit Blick auf das Gewühl unten.
Bevor Sie Milwaukee verlassen, empfehlen wir Ihnen das Harley-Davidson Museum auf einer Halbinsel zwischen zwei Flussarmen. Hier stehen Maschinen aus mehr als einem Jahrhundert in Reih und Glied, von der ersten Serienmaschine bis zu den chromlastigen Ungetümen der Siebziger, dazu Werkstattzeichnungen, Tankdesigns und eine Wand voller Motoren im Schnitt. Zwei Stunden reichen, um die Entwicklung zu verstehen, auch ohne eigenes Motorrad in der Garage.
Danach fahren Sie nach Norden, rund 293 Kilometer, knapp drei Stunden. Hinter Green Bay wird das Land schmaler, links glitzert das Wasser der Bucht durch Baumlücken, rechts stehen Obstplantagen in langen Reihen, Kirschen und Äpfel, die im September schwer an den Zweigen hängen. Die Halbinsel Door County schiebt sich wie ein Daumen in den Lake Michigan hinaus.
Ephraim liegt an der Eagle Harbor, ein Ort aus weiß gestrichenen Holzhäusern, gegründet von norwegischen Siedlern. Abends legen die Segelboote in der Bucht auf ihre Bojen, das Wasser wird glatt, und die Kirchturmspitze über dem Hang bekommt als Letztes noch Licht ab. Ein guter Moment, um im Ort zu bleiben und nichts weiter zu planen.
Der Vormittag gehört dem Peninsula State Park, der direkt an Ephraim grenzt. Vom Eagle Tower führt eine lange, sanft ansteigende Rampe hinauf auf die Aussichtsplattform über den Baumkronen, von dort sehen Sie die Bucht, die vorgelagerten Inseln und die Kalksteinkante, die sich unter Ihnen durch den Wald zieht. Am Ufer steht das Eagle Bluff Lighthouse, ein Ziegelhaus von 1868, in dem eine historische Gesellschaft die Räume der Leuchtturmwärterfamilie eingerichtet hat und von Mitte Mai bis Mitte Oktober Führungen anbietet.
Für den Nachmittag haben Sie die Wahl. Auf der Ostseite der Halbinsel liegt Cave Point County Park, wo der Lake Michigan seit Jahrtausenden Höhlen in die Kalksteinklippen schlägt und das Wasser bei Wind mit dumpfem Schlag in die Auswaschungen fährt. Gleich daneben führen im Whitefish Dunes State Park Bohlenwege durch Dünen aus hellem, feinem Sand. Wer stattdessen aufs Wasser will, nimmt die Autofähre nach Washington Island durch die Meerenge, die die Siedler Death’s Door nannten, und findet dort oben deutlich weniger Betrieb.
Zum Abendessen empfehlen wir Ihnen Sister Bay, zehn Autominuten nördlich. Dort steht Al Johnson’s Swedish Restaurant mit einem Grasdach, auf dem in der warmen Jahreszeit Ziegen weiden, was ungefähr so absurd aussieht wie es klingt. Auf den Teller kommen schwedische Fleischbällchen und Pfannkuchen mit Preiselbeeren, und danach reicht der Tag noch für einen Blick auf den Sonnenuntergang über der Bucht.
Heute steht die längste Etappe der Reise an, rund 396 Kilometer und gut vier Stunden reine Fahrzeit. Sie fahren die Halbinsel zurück nach Süden, um Green Bay herum und dann nach Norden über die Grenze nach Michigan. Der Wechsel ist deutlich: Aus Obstgärten und Farmland werden Birken- und Kiefernwälder, die Orte werden kleiner und liegen weiter auseinander, und zwischen den Stämmen blitzt immer wieder Wasser auf.
Planen Sie unterwegs eine Pause ein, etwa in Escanaba am Ufer der Little Bay de Noc. In der Upper Peninsula gehört die Pastete namens Pasty zum Standard, ein handlicher Teigtaschen-Imbiss mit Fleisch, Kartoffeln und Steckrübe, den cornische Bergleute in die Region gebracht haben und den es bis heute an fast jeder Tankstelle mit Küche gibt.
Am späten Nachmittag erreichen Sie Marquette am Lake Superior. Für den ersten Eindruck fahren Sie hinaus auf den Presque Isle Park, eine bewaldete Halbinsel im Norden der Stadt, wo eine Uferstraße an schwarzen Felsplatten entlangführt, die steil ins kalte, klare Wasser abfallen. Der Oberste See wirkt hier weniger wie ein See als wie eine offene Küste, samt Wellen, Wind und dem Geruch nach nassem Stein. Weitere Anregungen für die Stadt finden Sie beim örtlichen Tourismusbüro von Marquette.
Heute geht es an die spektakulärste Küste dieser Reise. Nach rund 70 Kilometern und einer knappen Stunde Fahrt auf der M-28 erreichen Sie Munising, den Ausgangspunkt für Pictured Rocks National Lakeshore. Die Sandsteinwände fallen dort bis zu sechzig Meter senkrecht in den Lake Superior, und Mineralien im durchsickernden Grundwasser haben die Felsen über Jahrtausende in Rostrot, Kupfergrün und Schwarz gestreift, als hätte jemand Farbe von oben über die Kante gegossen.
Vom Wasser aus sieht man am meisten. Die Bootstouren ab Munising fahren von Mai bis Mitte Oktober mehrmals täglich hinaus an den Klippen entlang, vorbei an Felsbögen, dem Wasserfall Spray Falls, der direkt in den See stürzt, und Buchten, in denen das Wasser über hellem Sand türkis wird. Buchen Sie im Voraus, die Fahrten sind oft ausgebucht. Alternativ wandern Sie ein Stück auf dem North Country Trail an der Kante entlang, etwa zur Aussicht Miners Castle.
Zurück in Marquette lohnt sich zum Abschluss der Sugarloaf Mountain nördlich der Stadt. Ein kurzer, steiler Aufstieg über Treppen und Wurzeln führt auf eine Felskuppe, von der aus der See bis zum Horizont offen liegt und die Wälder im September die ersten roten Flecken bekommen. Unten in der Stadt steht der alte Erzverladekai in den Hafen hinein, ein rostiges Stahlgerüst, an dem hundert Jahre Bergbaugeschichte hängen.
Rund 265 Kilometer und knapp drei Stunden liegen heute vor Ihnen, quer durch die Upper Peninsula nach Osten. Die M-28 zieht schnurgerade durch Wald und die weiten, offenen Moorflächen bei Seney, ein Abschnitt, auf dem minutenlang nichts als Himmel, Gras und die Leitplanke vorbeiziehen. Wer möchte, nimmt den nördlichen Bogen über die Whitefish Bay mit Blick auf den See.
In Sault Ste. Marie, der ältesten Stadt Michigans, treffen Sie auf eines der meistbefahrenen Schleusensysteme der Welt. Die Soo Locks gleichen den Höhenunterschied von rund sechs Metern zwischen dem Lake Superior und dem Lake Huron aus, und von der Aussichtsplattform stehen Sie direkt neben den Frachtern, wenn sie einlaufen. Diese Schiffe sind über zweihundert Meter lang, sie schieben sich zentimetergenau zwischen die Kammerwände, und dann sinkt der ganze Stahlkoloss langsam vor Ihnen nach unten. Das Besucherzentrum ist von Mai bis Oktober geöffnet.
Wenn danach noch Zeit bleibt, empfehlen wir Ihnen das Museumsschiff Valley Camp, einen ausgemusterten Erzfrachter, in dessen Laderäumen heute eine Ausstellung zur Schifffahrt auf den Großen Seen untergebracht ist, samt der Rettungsboote der 1975 gesunkenen Edmund Fitzgerald. Direkt daneben steht der Tower of History, von dessen Plattform Sie über den St. Marys River nach Kanada hinübersehen.
Die direkte Strecke nach St. Ignace ist kurz, nur 83 Kilometer und rund 47 Minuten. Wir empfehlen Ihnen deshalb den Umweg nach Westen zum Tahquamenon Falls State Park, rund 100 Kilometer und gut eine Stunde von Sault Ste. Marie entfernt. Von dort führt die Weiterfahrt nach St. Ignace über rund 135 Kilometer in etwa anderthalb Stunden.
Die Upper Falls sind rund sechzig Meter breit, und ihr Wasser ist bernsteinbraun, weil es aus Zedernsümpfen kommt und deren Gerbstoffe mitbringt. Der Schaum am Fuß des Falls sieht deshalb aus wie Milchkaffee. Ein befestigter Weg führt über Treppen zu zwei Aussichtspunkten direkt an der Kante, wo einem der Sprühnebel bei Westwind ins Gesicht schlägt. Wer noch Kraft hat, läuft ein Stück flussabwärts zu den flacheren Lower Falls.
Am Nachmittag erreichen Sie St. Ignace an der Straits of Mackinac, der Meerenge zwischen Michigans beiden Halbinseln. Vom Ufer sehen Sie die Mackinac Bridge, fast acht Kilometer Hängebrücke über offenes Wasser, deren Türme bei diesigem Wetter oben in den Wolken verschwinden. Direkt an der Uferpromenade legen die Fähren nach Mackinac Island ab, die Sie morgen nehmen.
Heute bleibt der Mietwagen stehen. Die Fähre bringt Sie in gut einer Viertelstunde von St. Ignace nach Mackinac Island, und schon beim Anlegen merken Sie, was hier anders ist: Es fehlt der Motorenlärm. Seit 1898 sind Autos auf der Insel verboten, unterwegs ist man zu Fuß, auf dem Fahrrad oder in einer Pferdekutsche, und entsprechend hört man Hufe auf Asphalt, Fahrradklingeln und das Klatschen des Wassers gegen die Kaimauer.
Die Main Street riecht nach heißem Zucker, weil in den Schaufenstern Fudge auf Marmorplatten ausgekühlt und mit langen Spateln gefaltet wird. Oberhalb des Hafens liegt das Fort Mackinac auf der Klippe, weiß gekalkte Kasernen aus der Zeit der britischen und amerikanischen Besatzung, von deren Wall aus Sie über den Hafen und die Meerenge blicken. Kanonen- und Musketenvorführungen gehören zum Tagesprogramm, das Fort ist bis in den Oktober hinein geöffnet.
Am schönsten erschließt sich die Insel mit dem Leihrad. Die Uferstraße M-185 führt in rund dreizehn Kilometern einmal um die Insel, flach, ohne ein einziges Auto, mit dem Wasser ständig zur Seite. Auf halber Strecke steht der Felsbogen Arch Rock hoch über dem Ufer, den Sie über eine Treppe von der Straße aus erreichen. Am späten Nachmittag geht es mit der Fähre zurück nach St. Ignace.
Der Tag beginnt mit der Fahrt über die Mackinac Bridge. Fünf Meilen zwischen zwei Halbinseln, unter Ihnen tiefgrünes Wasser, seitlich nichts als Horizont, und bei Wind spürt man die Brücke arbeiten. Danach folgen Sie der Route nach Südwesten, rund 198 Kilometer und gut zwei Stunden bis Traverse City, das am Grund einer langen, schmalen Bucht liegt.
Am Nachmittag empfehlen wir Ihnen den Sprung nach Westen zu Sleeping Bear Dunes National Lakeshore, rund 40 Kilometer und etwa 40 Minuten entfernt. Der Pierce Stocking Scenic Drive führt als Einbahnstraße durch Buchenwald und über offene Dünenkämme zu einem Aussichtspunkt, an dem der Sand rund 140 Meter fast senkrecht zum Lake Michigan abfällt. Unten liegt das Wasser in Bändern von Türkis bis Tiefblau, oben pfeift der Wind den Sand über die Kante.
Zurück in Traverse City sitzt man abends in der Front Street oder unten am Wasser. Die Region lebt von Kirschen und seit einigen Jahren auch vom Wein, die Hänge der Halbinseln nördlich der Stadt sind mit Reben bestanden. Ein Glas Riesling aus Michigan ist keine Selbstverständlichkeit, aber genau deshalb einen Versuch wert.
Wer früh aufsteht, fährt vor der Abreise noch die Old Mission Peninsula hinauf, jene schmale Landzunge, die die Bucht in zwei Arme teilt. Zwischen Weinbergen und Obstgärten führt die Straße bis zum Mission Point Lighthouse, einem weißen Holzleuchtturm am nördlichen Ende, der genau auf dem 45. Breitengrad steht, also auf halber Strecke zwischen Äquator und Nordpol.
Danach liegt die zweitlängste Etappe der Reise vor Ihnen, rund 410 Kilometer und knapp vier Stunden nach Südosten. Die Wälder werden weniger, dafür ziehen Maisfelder, Silos und lange Gerade an Ihnen vorbei, bis am Horizont zuerst die Vorstädte und dann die Türme von Detroit auftauchen.
Für den Abend empfehlen wir Ihnen den Detroit Riverwalk am Ufer des Detroit River. Auf der anderen Seite des Wassers liegt Kanada, was hier für Verwirrung sorgt, denn von Detroit aus schaut man nach Süden hinüber. Frachter ziehen langsam vorbei, Radfahrer und Angler teilen sich die Promenade, und hinter Ihnen stehen die Glaszylinder des Renaissance Center in der Abendsonne.
Detroit hat sich in den letzten Jahren neu sortiert, und das merkt man an diesem Tag. Das Detroit Institute of Arts gehört zu den bedeutendsten Kunstsammlungen der USA, sein Herzstück ist der Rivera Court: Diego Rivera hat die Wände dieses Innenhofs 1932 und 1933 vollständig mit Fresken zur Automobilproduktion bemalt, Arbeiterkörper, Pressen, Fließbänder und Motorenblöcke, ineinander verschraubt zu einer einzigen, dröhnenden Maschine. Man steht in der Mitte und dreht sich langsam im Kreis.
Anschließend lohnt ein Gang durch die Innenstadt. Im Guardian Building, einem Wolkenkratzer von 1929, öffnet sich hinter der Drehtür eine Lobby aus farbigen Kacheln, Mosaiken und rotem Ziegel, hoch wie ein Kirchenschiff. Rund um den Campus Martius wechseln sich restaurierte Bürotürme mit Baulücken ab, und im Marktviertel Eastern Market sind die alten Markthallen außen großflächig mit Wandbildern bemalt.
Wer sich stärker für Technik und Industriegeschichte interessiert, verbringt den Tag stattdessen in Dearborn im The Henry Ford. Das Museum zeigt unter anderem den Bus, in dem Rosa Parks 1955 sitzen blieb, und den Sessel, in dem Lincoln erschossen wurde, nebenan im Freilichtmuseum Greenfield Village stehen originale Werkstätten und Wohnhäuser, die Henry Ford aus dem ganzen Land hierher versetzen ließ. Beides an einem Tag ist zu viel, entscheiden Sie sich für eines von beiden.
Heute queren Sie Michigan von Ost nach West, rund 289 Kilometer und etwa zweidreiviertel Stunden über den Interstate, vorbei an Lansing und Grand Rapids. Je näher Sie dem Lake Michigan kommen, desto sandiger wird der Boden am Straßenrand, und irgendwann stehen Kiefern statt Laubbäumen.
Holland wurde 1847 von niederländischen Auswanderern gegründet, und die Stadt pflegt das bis heute. Auf Windmill Island Gardens steht die Mühle De Zwaan, eine echte niederländische Windmühle, die in den 1960er Jahren abgebaut, verschifft und hier wieder aufgebaut wurde. Sie mahlt noch immer Getreide, die Flügel drehen sich hörbar über den Beeten, und aus dem Mühlenladen kommt Mehl in Papiertüten.
Den Abschluss des Tages planen wir gerne am Wasser. Im Holland State Park führt ein breiter Sandstrand an den See, und auf der Mole gegenüber steht Big Red, ein knallrot gestrichener Leuchtturm mit Satteldach, der auf jedem zweiten Postkartenständer Michigans klebt. Zum Sonnenuntergang stellen sich die Leute mit Klappstühlen an den Strand und warten, bis die Sonne hinter der Wasserkante verschwindet.
Je nach Abflugzeit bleibt am Morgen noch Zeit für einen letzten Gang über den Strand, wenn der See ruhig daliegt und das Licht flach über den Sand streicht. Wer etwas mehr Spielraum hat, macht einen kurzen Abstecher nach Saugatuck, einem Künstlerort südlich von Holland, wo Galerien und Bootsstege dicht beieinander liegen.
Dann geht es zurück nach Chicago, rund 280 Kilometer und je nach Verkehr etwa drei Stunden, am Südufer des Lake Michigan entlang und durch das Industrieband von Gary mit seinen Stahlwerken. Unterwegs überqueren Sie die Zeitzonengrenze und gewinnen eine Stunde. Am Flughafen Chicago O’Hare geben Sie den Mietwagen ab, bevor Sie den Rückflug nach Deutschland antreten.
Wunschleistungen
- Aufpreis Premium Economy Class Flüge: ab 720 € p. P.
- Rail & Fly ab/bis Frankfurt in der 2. Klasse inkl. ICE Nutzung: 110 € p. P.
- America The Beautiful Pass 250,- USD
FAQ
Welche Bundesstaaten gehören zu den Great Lakes?
Rund um die Großen Seen liegen unter anderem Illinois, Michigan, Minnesota, Wisconsin, Ohio, Pennsylvania und New York. Für uns ist die Region besonders spannend, weil sich Großstädte, ruhige Küstenorte und viel Natur auf einer Reise verbinden lassen.
Wann sollte ich die Great Lakes besuchen?
Für Badeurlaub, Roadtrips und Outdoor-Aktivitäten empfehlen wir Juni bis September. Besonders reizvoll finden wir auch den Herbst, wenn sich die Wälder in Michigan, Wisconsin und Minnesota in kräftige Rot- und Goldtöne verwandeln.
Was kann ich an den Great Lakes unternehmen?
An den Great Lakes lassen sich entspannte Strandtage wunderbar mit Wanderungen, Kajaktouren und Panoramafahrten verbinden. Für uns sind gerade die kleinen Küstenorte und Naturstrände ein echtes Highlight, auch wenn das Wasser selbst im Sommer oft kühl bleibt.
Welche Nationalparks liegen in der Region?
Isle Royale in Michigan und Indiana Dunes am Lake Michigan sind zwei besonders schöne Schutzgebiete der Region. Für Isle Royale empfehlen wir eine frühe Planung, da die Insel nur per Fähre oder Wasserflugzeug erreicht wird.
Welche Städte kann ich mit den Great Lakes verbinden?
Chicago, Detroit, Cleveland und Milwaukee passen hervorragend zu einer Great-Lakes-Rundreise. Wir mögen besonders die Kombination aus Chicagos Architektur, entspannten Seetagen in Michigan und kulinarischen Stopps in Milwaukee.
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Bewertungen unserer Reisenden
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Vera Frick4 days ago
Super Organisation durch das Team, es hat alles geklappt und war super schön.Gepostet auf Google
Sandra Theißen40 days ago
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Nina Pfeil-Hüsken40 days ago
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Silke Raabe50 days ago
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Verena Franken50 days ago
Es war eine wunderschöne, Erlebnisreiche außergewöhnliche Zeit in den USA. Das zweite Mal USA mit perfekter Planung Dank Frau Wolf!!!! Einfach ein Traum und nicht das letzte Mal+0Gepostet auf Google
Antje Yeadon59 days ago
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Marcel Hampl92 days ago
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Silvia Gewiese104 days ago
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Christin106 days ago
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