Leuchttürme am Michigansee: 6 Fotomotive für Ihren Roadtrip
Das Wichtigste in Kürze:
- Der meist fotografierte Leuchtturm der Ostküste: Holland Harbor Lighthouse im Ottawa Country
- Schwarz-weiß, markant und hoch: Big Sable Point in der Dünenlandschaft Michigans
- Inselkulisse mit historischer Bedeutung: Beaver Island Harbor Light auf Beaver Island
- Idyllisch und geschichtsträchtig: Mission Point Light bei Traverse City
- Für das Fotomotiv im Winter: St. Joseph North Pier Lighthouse im Tiscornia Park
- Naturerlebnis mit glasklarem Wasser: Point Betsie Lighthouse bei Frankfort
Inhalt dieses Beitrags
Leuchttürme besitzen für viele Menschen eine besondere Anziehungskraft. Sie stammen noch aus Zeiten, in denen ihr Licht die Schiffe sicher in den Hafen leitete und von gefährlichen Felsküsten fernhielt. Heute fahren Schiffe mit moderner Navigationstechnik und benötigen diese Hilfe nicht mehr. Doch die markanten Bauwerke haben nichts von ihrer Faszination verloren. Entlang der Küstenlinie der Great Lakes Region finden Sie über 115 historische Leuchttürme am Michigansee, von denen Sie viele besichtigen können. Sie sind die Wahrzeichen der Gegend, erzählen ihre eigene Geschichte und laden zu wunderschönen Erinnerungsfotos ein. Wir verraten Ihnen, welche Sie gesehen haben sollten und wir bringen Sie hin!
Wellen, Wind und Wasser: Der Michigansee und seine Geschichte

Ein See, der so groß wie der Ozean ist, ist natürlich maritim geprägt und bestimmt das Aussehen der gesamten Küstenlandschaft. Schroffe Steilufer, riesige Sanddünen und weiße Strände verbinden die südliche Halbinsel Michigans mit der Meerenge von Mackinac. Mit einer Fläche von über 58.000 Quadratmetern ist der Michigansee größer als die gesamte Schweiz. Auf dem Grund des Wassers liegen unzählige Schiffwracks, sodass es kein Wunder ist, dass die Küste von vielen Leuchttürmen gespickt ist.
Eine Besichtigung ist meistens in den warmen Jahreszeiten möglich. Doch ein Leuchtturm kommt natürlich besonders gut zur Geltung, wenn Sie ihn von außen fotografieren. Der Michigan Leuchtturm Roadtrip geht dabei bis weit über die Bundesstaaten Wisconsin und Illinois hinaus, während sich auf der Höhe von Chicago ein Leuchtturm an den nächsten reiht. Einige der bekannteren Leuchttürme am Michigansee können Sie von den beschaulichen Sandstränden aus fotografieren, andere lohnen sich vor allem an stürmischen Tagen oder sogar im Winter, wenn die Wellen haushoch an der Hafenmauer zerschellen und zu Eis gefrieren.
Die sechs schönsten Leuchttürme am Michigansee
Die meisten zugänglichen Leuchttürme des Michigansees liegen entlang der 2.600 Kilometer langen Küstenlinie, an Sandstränden, auf Landzungen, auf kleinen Inseln oder in Parks. Im 19. Jahrhundert sicherten sie die Küsten der Großen Seen und sind vor allem im Osten durch Sanddünen geprägt, wo die Leuchttürme erhöht auf Klippen stehen oder die schiffbaren Einfahrten zu Flüssen und Binnenseen schmücken.
Auf Ihrem Michigan Leuchtturm Roadtrip können Sie die Route gut mit dem Auto planen oder an einer Tour teilnehmen. Für das Foto bieten sich die umliegenden Außenbereiche an, damit der Blick auf die Leuchttürme aus verschiedenen Perspektiven gelingt. Sie wirken wie schweigende Zeitzeugen, erzählen von Schiffsunglücken und geglückten Rettungsaktionen und halten sogar die eine oder andere Geistergeschichte bereit.
Holland Harbor Lighthouse
Der „Big Red“ in Port Huron ist sicherlich der meist fotografierte Holland State Park Leuchtturm in ganz Michigan. Er stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist eng mit dem Schicksal der niederländischen Einwanderer verknüpft, die dort die Stadt Holland gründeten. 1872 baute die amerikanische Regierung das erste Signalfeuer, ein Holzhaus auf Pfählen, das lediglich eine Laterne auf dem Dach besaß. Da der Schiffsverkehr zunahm, reichte dies bald nicht mehr aus. Es entstand ein deutlich größeres Bauwerk mit einem quadratischen Turm und einem Zwillingsdach. Ursprünglich weiß gestrichen, zeigt der Holland State Park Leuchtturm heute eine rote Fassade, die vom Wasser leicht zu erkennen ist.
Für das Fotomotiv ist kein direkter Zugang möglich, da sich das Bauwerk auf einem abgesperrten Gelände befindet. Die beste Aussicht haben Sie von der Nordseite des Kanals, wo zwischen Ihnen und dem Leuchtturm nur etwa 30 Meter Wasser liegen. Für die Vogelperspektive eignet sich die bewaldete Düne Mount Pisgah, östliche des Holland-State-Parks. Dort gelangen Sie über 239 Stufen auf eine Holztribüne und genießen den herrlichen Blick auf den See, die Jachthäfen und den Leuchtturm. Für gute Lichtverhältnisse lohnt es sich, wenn Sie in den frühen Morgenstunden, am Vormittag oder zum Sonnenuntergang hinfahren.
Big Sable Point Light

Der Big Sable Point liegt an einer für Schiffe einst gefährlichen Stelle des Gewässers, etwa 15 Kilometer nördlich der Hafenstadt Ludington und dem dortigen Nationalpark. Der Anlass für seine Erbauung war eine Schiffskatastrophe, die sich 1855 ereignete, als zwölf der Schiffe, die Holz als Baumaterial über den See transportierten, kenterten. Die Gemeinde entschloss sich daraufhin für den Bau des 34 Meter hohen Turms aus Ziegelstein, der später durch Beton und Stahlplatten mehr Stabilität erhielt. Bis heute ist der Leuchtturm unübersehbar und zeigt sich mit einer weißen Fassade und einem breiten schwarzen Band in der Mitte, was auf Fotos besonders gut zur Geltung kommt.
Zu ihm führt ein Wanderweg, bei dem Sie die Schönheit der Dünenlandschaft des Ludington State Parks genießen können. Im Inneren des Turms ist es möglich, sich das ehemalige Wohnhaus des Wärters anzusehen und im kleinen Museum mehr über die Geschichte zu erfahren. Wie bei den meisten Leuchttürmen der Gegend wird er von Ehrenamtlichen instandgehalten, die auch die eine oder andere humorvolle Geistergeschichte kennen, etwa die von Bill Robinson, einem ehemaligen Wärter, der in den 80er Jahren durch die Räume gespukt haben soll und einen Geruch nach Pfeifentabak hinterließ.
Beaver Island Harbor Light
Dieser 12,5 große Leuchtturm wird auch Whiskey Point Light genannt und hat den Vorzug, dass er bis heute in seiner eigentlichen Funktion betrieben wird. So ist er der letzte aktiv arbeitende Leuchtturm der Gegend. Sie finden ihn im Hafen von St. James auf der Insel Beaver Island. Zu dieser gelangen Sie mit der dortigen Fähre, die von dem Küstenort Charlevoix startet und die Insel in etwa zwei Stunden erreicht. Der Hafen in der hufeisenförmigen Bucht strahlt mit seinen lokalen Bars und den bunten Segel- und Fischerbooten eine maritime Ruhe aus. Die Promenade zeigt sich mit Souvenirläden, hölzernen Cottages und Restaurants.
Der Bau des Leuchtturms im Jahr 1870 fällt in eine der kuriosesten Phasen der US-Geschichte, als hier eine große Mormonen-Kolonie lebte. Fotografisch attraktiv ist das Bauwerk durch das echte rote Glas in der Laternenhaube, während andere Leuchttürme am Michigansee die modernen LED-Blinklichter aufweisen. Dadurch ergießt sich das Leuchtfeuer atmosphärisch bis tief in die Nacht und streut sein Licht über den kleinen Hafen und das Wasser, was Sie auf einem Foto besonders schön in der Abenddämmerung einfangen können.
Mission Point Light
Die Halbinsel Old Mission ist als Landzunge nur etwa 27 Kilometer groß und gleichzeitig schmal genug, dass Sie an vielen Stellen einen herrlichen Ausblick auf das Wasser haben. Begeben Sie sich in Richtung Nordspitze, finden Sie den Leuchtturm auf Ihrer Old Mission Lighthouse Tour direkt am Wasser, umgeben von Rasenflächen und Bäumen. Er wurde 1870 auf einer Sandbank errichtet, um Schiffe in die fast 50 Kilometer tiefe Bucht zu führen. Das Bauwerk zieht jährlich etwa 100.000 Besucher an und besticht auf Fotos durch die schlichte Präsenz des weißen Holzhauses mit Turm und Treppe. Im Inneren befinden sich ein kleines Museum und ein Souvenirshop.
Über eine steile Treppe steigen Sie bis zur Lichtkuppel hinauf und können sich von den dort lebenden Ehrenamtlichen etwas zur Geschichte erzählen lassen. Das letzte Mal war der Leuchtturm 1933 in Betrieb. Eine kleine Ausstellung im Museum ist Sarah Lane gewidmet, die nach dem Tod ihres Mannes als erste Frau über 26 Jahre im Leuchtturm lebte und das Licht am Brennen hielt. Von der Kuppel gelingt Ihnen die Panoramasicht auf den Strand, das Wasser und den Horizont. Aber auch von draußen zeigt sich der Leuchtturm als idyllisches Motiv, besonders am späten Nachmittag und zur Blue Hour, wenn die Sonne bereits untergegangen ist. In der Nähe gibt es viele Wanderwege, Obstplantagen und Weingüter.
St. Joseph North Pier Lighthouse

Der St. Joseph Leuchtturm besteht aus zwei Türmen, die über eine erhöhte, skelettartige Laufbrücke miteinander verbunden sind. Mit seinem Standort auf einer Mole ist er gerade im Sommer das klassische Postkartenmotiv. Wenn Sie jedoch ein einzigartiges Foto knipsen möchten, reisen Sie im Winter an und erleben ein Naturschauspiel, das sich einprägt. Die hohen Wellen gefrieren bei Frost und verwandeln sich rund um den Turm in riesige, skurrile Eisskulpturen. Vor allem an dem Laufsteg über der Mole gefriert das aufpeitschende Wasser und verbindet sich mit der Stahlstruktur.
Der größere, quadratische Turm ist der Inner Light und befindet sich weit hinten auf der Mole. Der kleinere, runde Turm im vorderen Bereich heißt Outer Light. Als Besucher nutzen Sie den flachen Pier unter der Laufbrücke. Nur bei Sturm wird der Bereich abgesperrt, wenn die meterhohen Wellen alles überspülen. Um das Ereignis im Foto festzuhalten, begeben Sie sich am besten zum Tiscornia Beach. Auch im Winter ist das Festland ein beliebtes Ziel, um die zu Eis erstarrten Wellen perfekt im Bild festzuhalten.
Point Betsie Lighthouse

Dieser weiße Leuchtturm mit rotem Dach und historischem Wärterhaus liegt direkt an einem Kiesstrand nördlich von Frankfort. Das Wasser ist hier besonders klar, was auf Fotos einen schönen Kontrast zu den Dünen bildet. Der Point Betsie zählt zu den ältesten Bauwerken der Gegend und markiert den südlichen Eingang der Manitou Passage, die als eine der gefährlichsten Schifffahrtsstraßen gilt. Er entstand 1858 und weist eine Höhe von etwa elf Metern auf.
Durch den Bau inmitten der ungezähmten Natur und die herrliche Lage am Wasser eignet sich der Leuchtturm hervorragend als romantisches Fotomotiv, etwa zum Sonnenuntergang. Sie können mit dem Auto direkt bis zum Strand fahren. Gerade an windigen Tagen gelingen spektakuläre Aufnahmen, wenn die meterhohen Wellen auf die dunklen Felsen treffen.
Great Lake Leuchttürme: Planen Sie mit uns Ihre Great-Lake-Route
Die hier vorgestellten Leuchttürme eignen sich perfekt für gelungene Urlaubsfotos und sind in den warmen Jahreszeiten und teilweise bis in den Herbst hinein zugänglich. Wir beraten Sie gerne bei der Planung Ihrer Great Lake Rundreise. Entlang des Ostufers von Michigan gibt es viele, gut ausgebaute Küstenstraßen, sodass Sie die dortigen Leuchttürme und weitere Sehenswürdigkeiten unkompliziert mit dem Mietwagen erreichen. Kontaktieren Sie uns gerne für mehr Informationen.
Häufig gestellte Fragen
Die meisten Leuchttürme sind in den warmen Monaten zugänglich, teilweise bis in den Herbst hinein. Für Fotos lohnen sich der frühe Morgen und der Sonnenuntergang. Eine Ausnahme ist der Winter: Am St. Joseph North Pier Lighthouse gefrieren die Wellen zu Eisskulpturen, ein Motiv, das Sie im Sommer nicht bekommen.
Das Holland Harbor Lighthouse, wegen seiner roten Fassade auch „Big Red” genannt. Es ist der meistfotografierte Leuchtturm der Region und eng mit der Geschichte der niederländischen Einwanderer verbunden, die hier die Stadt Holland gründeten.
Das hängt vom Leuchtturm ab. Big Sable Point und Mission Point sind begehbar und haben kleine Museen, bei Mission Point kommen Sie über eine steile Treppe bis zur Lichtkuppel. Das Holland Harbor Lighthouse steht dagegen auf abgesperrtem Gelände und lässt sich nur von außen fotografieren, am besten von der Nordseite des Kanals
Entlang des Ostufers von Michigan verlaufen gut ausgebaute Küstenstraßen, die meisten Standorte erreichen Sie unkompliziert mit dem Mietwagen. Eine Ausnahme ist Beaver Island: Dorthin fahren Sie mit der Fähre ab Charlevoix, die Überfahrt dauert rund zwei Stunden.
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