Route 66 Fotos: 8 schräge Stopps am Straßenrand
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Warum die stärksten Route 66 Bilder am Straßenrand entstehen
Die Route 66 wurde 1926 eingerichtet und verband Chicago über mehr als 2.200 Meilen mit Los Angeles, so beschreibt es der National Park Service. Wer damals Kundschaft wollte, musste auffallen, und zwar aus einem fahrenden Auto heraus. Genau daraus sind diese Figuren, Schilder und Betontiere entstanden, lange bevor jemand an Instagram dachte.
Dann kamen die Interstates, und mit ihnen das Ende: Die AASHTO empfahl am 26. Juni 1979 die Streichung, im Oktober 1984 ersetzte die Interstate 40 den letzten Abschnitt bei Williams in Arizona, und 1985 verschwand die Route offiziell aus dem Highway-System. Die Läden am Straßenrand verloren über Nacht ihren Verkehr, und wer überlebte, tat es mit den Reisenden, die den alten Verlauf trotzdem suchten.
Deshalb sind diese Stopps heute keine Attraktionen im üblichen Sinn, sondern Überbleibsel eines Geschäftsmodells. Das merkt man ihnen an, und genau das macht die Fotos interessant.
USA-Experten-Tipp: Fotografieren Sie die Stopps aus der Perspektive eines Autofahrers, also von der Straße aus und nicht von der Parkfläche. So funktioniert das Bild genauso, wie die Figur 1965 funktionieren sollte.
Die 8 schrägsten Fotostopps von Ost nach West
1. Gemini Giant, Wilmington, Illinois: der Astronaut, der zweimal umgezogen ist
Knapp 100 Kilometer südwestlich von Chicago steht ein 28 Fuß hoher Astronaut aus Fiberglas, einen Raketenkörper in den Händen. Er bewachte ab 1965 fast 60 Jahre lang das Launching Pad Drive-In, bis er im März 2024 für 275.000 Dollar versteigert wurde. Das Joliet Area Historical Museum kaufte ihn und übergab ihn der Stadt.
Seit dem 30. November 2024 steht er restauriert im South Island Park an der 201 Bridge Street, ein paar Hundert Meter vom alten Platz entfernt. Gegenüber hat im Mai 2025 der Souvenirladen Landing Pad eröffnet.
Für wen: Für alle, die in Chicago starten und den ersten Stopp des Roadtrips gleich am Tag eins mitnehmen wollen.
2. Route 66 Red Rocker, Fanning, Missouri: der Stuhl, der seinen Rekord verloren hat
Zwölf Meter neun Zentimeter hoch, rund 12.500 Kilogramm schwer, seit dem 1. April 2008 an der Straße: Der Schaukelstuhl beim Fanning 66 Outpost war sieben Jahre lang der größte der Welt. Am 25. August 2015 nahm ihm ein 56,5 Fuß hoher Konkurrent in Illinois den Titel ab.
Die Antwort darauf war ein Eimer roter Farbe und ein neuer Name. Seitdem heißt er Route 66 Red Rocker und wirbt damit, der größte Schaukelstuhl an der Route 66 zu sein. Diese Art von Trotz ist typisch für die Straße.
Für wen: Für Reisende mit Humor und für Familien, die zwischen St. Louis und Springfield eine Pause brauchen.
3. Blue Whale of Catoosa, Oklahoma: ein Liebesbeweis aus Beton
Der Zoologe Hugh S. Davis baute den 80 Fuß langen blauen Wal 1972 gemeinsam mit Harold Thomas an einen Teich östlich von Tulsa. Aus dem privaten Badeplatz wurde ein Stopp, an dem heute jedes zweite Auto hält. Der Eintritt ist frei, die Adresse lautet 2600 US Route 66 in Catoosa.
Geschwommen wird im Teich nicht mehr, das hat die Stadt untersagt. Picknicken, angeln und Schildkröten füttern sind erlaubt, geöffnet ist laut Stadt Catoosa montags bis mittwochs und freitags bis samstags von 9 bis 16 Uhr, donnerstags bis 19 Uhr und sonntags ab 11 Uhr.
Für wen: Für Familien mit Kindern, die nach der Fahrt durch Missouri Auslauf brauchen.
4. Cadillac Ranch, Amarillo, Texas: zehn Autos, die jeden Tag anders aussehen
Das Künstlerkollektiv Ant Farm grub im Mai 1974 zehn Cadillacs der Baujahre 1949 bis 1964 mit der Schnauze voran in einen Acker, finanziert vom Amarilloer Millionär Stanley Marsh III. Ende der Neunziger ließ Marsh sie zwei Meilen weiter nach Westen versetzen, weil die Stadt zu nah heranrückte.
Die Autos liegen rund zehn Meilen westlich von Amarillo, etwa 200 Meter südlich der Interstate 40 zwischen den Ausfahrten 62 und 60. Ein ausgetretener Pfad führt von der Frontage Road hin, Eintritt kostet es nichts, und Sie können Tag und Nacht hin. Sprühen ist ausdrücklich Teil der Sache, was bedeutet: Ihr Foto von heute existiert morgen nicht mehr.
Für wen: Für alle. Wer eine Dose mitbringt, nimmt sie bitte auch wieder mit.
USA-Experten-Tipp: Kommen Sie in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang. Die Farbschichten leuchten im flachen Licht, und die Reisebusse aus Amarillo sind dann schon weg.
5. Tower Station und U-Drop Inn, Shamrock, Texas: Art déco mitten im Panhandle
1936 bauten J. M. Tindall und R. C. Lewis für 23.000 Dollar ein Tankstellengebäude, das aussieht wie ein Filmset: zwei Türme, Art-déco-Details, ein vierseitiger Obelisk mit Metalltulpe. Die Idee stammte von John Nunn, der seinen Entwurf mit einem Nagel in den Boden ritzte, die Ausführung vom Architekten Joseph Berry.
Der Name des Cafés stammt aus einem Schülerwettbewerb. Heute steht das Gebäude im National Register of Historic Places und dient als Besucherzentrum, Handelskammer und Gemeindezentrum, restauriert von der Stadt Shamrock.
Für wen: Für Architekturfans und für alle, die abends noch bis Amarillo wollen und einen kurzen, sicheren Stopp brauchen.
6. Jack Rabbit Trading Post, Joseph City, Arizona: zwei Worte, die jeder kennt
Jim Taylor kaufte 1949 ein Gebäude an der Route 66 und stellte eine schwarze Hasenfigur davor, die er zuvor im Auto transportiert hatte. Weil ständig jemand anhielt, um sie zu fotografieren, blieb sie stehen. Das gelbe Schild mit den Worten “HERE IT IS” enthält bis heute Bretter von 1949, die Besitzer haben es mehrfach überstrichen und von unten verstärkt.
Der Laden hat mehrere Generationen überstanden, seit 1995 führen ihn Cindy und Tony Jaquez. Das Motiv ist bekannt genug, dass es auf Postkarten in ganz Arizona liegt.
Für wen: Für Sammler von Wahrzeichen und für alle, die das Klischee-Foto bewusst wollen.

7. Standin’ on the Corner Park, Winslow, Arizona: eine Songzeile als Stadtplanung
Im September 1999 weihte Winslow einen Park ein, der eine einzige Regel hatte: Was nicht im Eagles-Song “Take It Easy” vorkommt, kommt auch nicht in den Park. Der Trompe-l’œil-Künstler John Pugh malte das zweistöckige Wandbild, der Bildhauer Ron Adamson schuf die lebensgroße Bronzefigur eines Mannes der Siebziger.
Davor parkt der rote Ford-Pick-up aus der Liedzeile, den National Geographic in seinem Arizona-Guide eigens erwähnt. Das Ganze ist Kitsch mit Ansage, und es funktioniert.
Für wen: Für Musikfans, für Elke und Frank gleichermaßen, und für jeden, der einen Kaffee in Winslow braucht.
8. Hackberry General Store, Arizona: der Laden, den die Interstate erledigt hat
Der Laden steht seit 1934 an der Straße und machte dicht, als die Interstate den Ort in den Siebzigern umfuhr. 1992 kaufte ihn der Route-66-Künstler Bob Waldmire und richtete ihn als Sammelstelle für alles ein, was die Straße hergab. Heute stehen alte Zapfsäulen, Emailleschilder und Oldtimer vor der Tür, darunter ein Studebaker Rat Rod von 1929.
National Geographic empfiehlt den Stopp im Arizona-Guide für Vintage-Fundstücke. Für Sie ist er vor allem der letzte große Fotostopp vor Kingman.
Für wen: Für Fotografinnen und Fotografen, die Details mögen, und für alle, die Richtung Oatman und Kalifornien weiterfahren.

Wie viel Zeit kostet ein Fotostopp wirklich?
Rechnen Sie pro Stopp 20 bis 30 Minuten, und zwar ab dem Moment, in dem Sie vom Highway abfahren. Das Foto selbst dauert fünf Minuten, der Rest geht für Zufahrt, Parken, den Laden nebenan und den Weg zurück auf die Straße drauf. Bei der Cadillac Ranch kommen der Fußweg über das Feld und der Staub auf den Schuhen dazu.
In der Beratung erleben wir regelmäßig, dass Gäste sechs oder sieben Stopps auf eine Tagesetappe legen und abends im Dunkeln ankommen. Wir planen deshalb selten mehr als drei Fotostopps pro Fahrtag und legen den vierten lieber auf den nächsten Morgen.
Grobe Zeitplanung für die acht Stopps
- Illinois und Missouri: Gemini Giant und Red Rocker passen zusammen auf einen Fahrtag ab Chicago
- Oklahoma und Texas: Blue Whale, Cadillac Ranch und U-Drop Inn verteilen sich auf zwei Etappen
- Arizona: Jack Rabbit, Winslow und Hackberry liegen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, dazwischen passt der Petrified Forest National Park
Wie bauen Sie die Stopps in Ihre Route ein?
Alle acht liegen westlich von Chicago an der klassischen Fahrtrichtung von Ost nach West, in der Reihenfolge dieses Artikels. Wer umgekehrt von Los Angeles nach Chicago fährt, dreht die Liste einfach um und hat in Arizona gleich drei Stopps am ersten Tag.
Zwischen Blue Whale und Cadillac Ranch liegt die längste Lücke, rund 800 Kilometer quer durch Oklahoma und das Texas Panhandle. Diese Strecke planen wir in der Beratung meistens mit einer Übernachtung in Oklahoma City oder Elk City, damit der Tag mit der Cadillac Ranch im Abendlicht endet und nicht in der Mittagshitze beginnt.
Welche Stopps am Ende in Ihren Reiseplan kommen, hängt vor allem davon ab, wie viele Tage Sie für die Strecke haben. Details zur Streckenführung und zu den Etappen finden Sie auf unserer Seite zur Route 66 Rundreise.
Welcher Stopp fehlt Ihnen in dieser Liste?
Acht Stopps sind eine Auswahl, keine Vollzählung. Zwischen Chicago und Santa Monica stehen Dutzende Figuren, Schilder und Betontiere, von denen jedes seine eigene Geschichte hat.
Und wenn Sie Ihre Route gerade planen: Wir legen die Stopps gemeinsam mit Ihnen auf die Etappen, damit die Fahrtage aufgehen und Sie am Abend nicht im Dunkeln suchen. Ein Gespräch dauert 20 Minuten und spart Ihnen die Rechnerei.
Ihre Route 66, Ihr Tempo. Sprechen Sie mit unseren USA-Experten über Etappen, Mietwagen und die Stopps, die Sie wirklich sehen wollen.
Häufig gestellte Fragen
Die meisten ja. Blue Whale of Catoosa und Cadillac Ranch kosten keinen Eintritt, Gemini Giant und Standin’ on the Corner Park stehen frei zugänglich im öffentlichen Raum. Läden wie Jack Rabbit oder Hackberry verdienen an Souvenirs, nicht am Eintritt.
20 bis 30 Minuten ab der Ausfahrt, inklusive Parken und Rückweg auf den Highway. Drei Stopps pro Fahrtag sind realistisch, mehr geht auf Kosten der Ankunftszeit. Wer fotografieren will statt nur zu knipsen, plant beim Lieblingsmotiv eine Stunde ein.
Ja, das Besprühen gehört seit Jahrzehnten dazu, und die Autos sehen deshalb jeden Tag anders aus. Dosen bekommen Sie in Amarillo. Nehmen Sie die leere Dose bitte wieder mit, das Feld ist kein Mülleimer.
Früher Morgen und die letzte Stunde vor Sonnenuntergang. Das gilt besonders für die Cadillac Ranch im flachen Westlicht und für Neonschilder, die erst in der Dämmerung ihre Wirkung entfalten. Mittags steht die Sonne im Südwesten so hoch, dass Farben ausbleichen.
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