19 Tage Südwesten: Arizona, New Mexico und Colorado

Diese Route beginnt dort, wo Saguaro-Kakteen wie stille Wächter über die Sonora-Wüste ragen, und endet an den Ausläufern der Rocky Mountains. Dazwischen liegen die Holzveranden von Tombstone, die Adobe-Gassen von Santa Fe und Felsenwohnungen, die seit achthundert Jahren unter einem Sandsteindach hängen. Arizona, New Mexico und Colorado schrauben sich von 300 Metern Wüstenhöhe auf Pässe jenseits der 3.000. In 19 Tagen verwandelt sich die Landschaft unter Ihren Reifen dreimal komplett.

Phoenix – Tucson / Saguaro National Park – White Sands National Park – Santa Fe – Mesa Verde National Park – Great Sand Dunes National Park – Denver

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Inkludierte/exkludierte Leistungen

  • 16 Nächte in Mittelklasse-Hotels 
  • 2 Nächte auf der Tanque Verde Ranch inklusive Vollpension und Reitprogramm 
  • Langstreckenflug von Deutschland nach Phoenix und von Denver zurück 
  • Mietwagen Midsize SUV 
  • Gebühr für 2. Fahrer inklusive 
  • Vollkaskoversicherung ohne Selbstbehalt 
  • USA eSIM inkl. Datenvolumen 
  • Ausführliches Roadbook per App 
  • USA-Südwesten-Reiseführer 

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Ihr Reiseplan

Die Türen des Flughafengebäudes öffnen sich, und die Luft der Sonora-Wüste legt sich wie ein warmer Mantel um Sie. Am Phoenix Sky Harbor International Airport übernehmen Sie direkt Ihren Mietwagen, denn im Großraum Phoenix liegen die Ziele weit auseinander und ohne Auto kommen Sie hier nicht voran. Bis nach Scottsdale sind es rund 20 Kilometer nach Nordosten, eine knappe halbe Stunde über breite Boulevards, an deren Rändern Dattelpalmen und Bougainvillea in kräftigem Pink stehen. 

Nach dem Check-in reicht die Kraft meist noch für einen langsamen Bummel durch Old Town Scottsdale. Der historische Kern mit seinen niedrigen Ziegelbauten, Holzarkaden und dem angrenzenden Arts District lässt sich gut zu Fuß erlaufen. Gegen Abend färbt sich der Himmel über den Camelback-Hängen orange, die Hitze weicht aus dem Asphalt, und auf den Terrassen füllen sich die Tische. 

Diesen ersten Abend planen wir gerne ruhig. Ein früher Absacker auf einer Patio, dazu der Blick auf die Silhouetten der Berge, und der Jetlag verliert seinen Schrecken. 

In den Ausläufern der McDowell Mountains steht ein Gebäude, das aus dem Boden gewachsen zu sein scheint: Taliesin West, Frank Lloyd Wrights Winterresidenz und Architekturschule. Grobe Bruchsteinmauern, schräge Dächer aus Segeltuch und Holz, dazwischen Terrassen, die den Blick über das Tal freigeben. Alle Führungen laufen über Kies- und Betonwege, feste Schuhe sind sinnvoll. Die Ticketkontingente sind begrenzt, deshalb reservieren wir Ihren Platz gerne vorab. 

Der Nachmittag führt Sie in den Desert Botanical Garden in Phoenix. Hier stehen Kakteen nicht als Kuriosität herum, sondern als das, was sie sind: hochspezialisierte Überlebenskünstler. Sie laufen zwischen Saguaros, deren Arme in seltsam menschlichen Gesten nach oben zeigen, vorbei an Ocotillo-Ruten und Agaven mit messerscharfen Blattspitzen. Der Kies knirscht, die Luft riecht nach Staub und Harz. 

Alternativ lohnt das Musical Instrument Museum im Norden von Phoenix, das täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet hat. Tausende Instrumente aus aller Welt, dazu Kopfhörer, die beim Näherkommen automatisch den passenden Klang einspielen. 

192 Kilometer liegen heute vor Ihnen, knapp zwei Stunden über den Interstate 10 nach Süden. Die Strecke führt zunächst durch Phoenix, und genau dort lohnt ein Halt: Das Heard Museum an der Central Avenue zeigt in zwölf Galerien Kunst der indigenen Völker Nordamerikas, von Hopi-Katsina-Figuren über Navajo-Textilien bis zu zeitgenössischen Arbeiten. Zwei Stunden gehen hier schnell vorbei. 

Südlich von Phoenix wird das Land weiter und leerer. Die Berge rücken näher, die Kakteenwälder werden dichter, und irgendwo zwischen Casa Grande und Marana verliert die Landschaft ihre letzten Zäune. Tucson liegt eingebettet zwischen fünf Gebirgszügen, und schon bei der Anfahrt sehen Sie die zerklüfteten Wände der Santa Catalina Mountains im Norden. 

Für den Abend empfehlen wir das El Charro Café in der Court Avenue. Die Familie Flin führt das Lokal seit 1922, es gilt als ältestes durchgehend familiengeführtes mexikanisches Restaurant der USA. Bestellen Sie die Carne Seca, sonnengetrocknetes Rindfleisch, das in dieser Form nur in der Sonora-Wüste hergestellt wird. 

Westlich der Stadt beginnt der Saguaro-Nationalpark, und zwar in seiner dichteren Hälfte. Der Bajada Loop Drive führt als Schotterpiste durch einen Wald aus Säulenkakteen, von denen die ältesten seit zweihundert Jahren hier stehen. Frühmorgens fällt das Licht flach über die Hänge, die Stacheln leuchten wie Glühfäden, und aus dem Gestrüpp schießen Gambel-Wachteln mit ihren nickenden Kopffedern über den Weg. 

Gleich nebenan liegt das Arizona-Sonora Desert Museum, das trotz seines Namens kein klassisches Museum ist, sondern Zoo, botanischer Garten, Aquarium und Naturkundemuseum in einem. Auf 21 Acres, rund achteinhalb Hektar, und etwa drei Kilometern Wegen leben über 300 Tierarten, dazu wachsen 1.200 Pflanzenarten. Kolibris schwirren durch eine begehbare Voliere, Bergpumas dösen im Schatten, und in den Terrarien liegen Klapperschlangen so still, dass man sie erst beim zweiten Hinsehen entdeckt. 

Wer sich mehr für Technik als für Kakteen begeistert, tauscht den Nachmittag gegen das Pima Air and Space Museum im Südosten der Stadt. Rund 425 Flugzeuge stehen dort auf 80 Acres, vom Nachbau des Wright Flyer bis zur ausgemusterten Boeing 787. 

Rund 15 Kilometer südlich der Innenstadt von Tucson steht ein weiß gekalkter Bau, den man schon von der Interstate aus sieht: Mission San Xavier del Bac, die weiße Taube der Wüste. Die Kirche gehört zur Gemeinde Wa:k im Reservat der Tohono O’odham und wird bis heute genutzt. Drinnen ist es kühl und halbdunkel, bemalte Heiligenfiguren stehen in Nischen, Kerzenrauch hängt in der Luft, und durch die kleinen Fenster fällt das Licht in schmalen Bahnen auf den Steinboden. 

Von der Innenstadt sind es nur 18 Kilometer und 25 Minuten bis zur Tanque Verde Ranch am östlichen Stadtrand. Über den Umweg zur Mission werden es rund 45 Kilometer, was die Etappe trotzdem entspannt hält. Die Ranch liegt zwischen den Rincon Mountains und dem Coronado National Forest, direkt am Saguaro-Nationalpark, und arbeitet als All-inclusive-Betrieb: Übernachtung, drei Mahlzeiten, geführte Ausritte, Wanderungen und Mountainbikes sind im Aufenthalt enthalten. 

Nach dem Check-in bleibt Zeit für den ersten Ausritt. Die Pferde kennen die Pfade, das Leder knarzt, und der Staub steht in flachen Fahnen hinter den Hufen. Abends gibt es Cowboy Cookouts mit Livemusik unter freiem Himmel, und wenn die letzte Gitarre verstummt, hören Sie nur noch Grillen und in der Ferne die hohen Rufe der Kojoten. 

Sie starten früh, weil der Sunrise Breakfast Ride die beste Stunde des Tages abgreift. Die Sonne kommt hinter den Rincons hoch, die Schatten der Kakteen liegen noch lang über dem Boden, und irgendwo hinter einem Hügel wartet ein Frühstück auf offener Flamme. Danach ist die Hitze noch weit weg, der Kaffee schmeckt nach Rauch, und der Tag liegt offen vor Ihnen. 

Der Rest des Tages gehört Ihnen. Reitstunden für alle, die ihre Technik verbessern wollen, geführte Wanderungen in den angrenzenden Saguaro-Nationalpark, Mountainbike-Touren über die staubigen Trails oder einfach der Pool und der Schatten der Veranda. Bogenschießen und Fliegenfischen stehen ebenfalls auf dem Programm. 

Diese zwei Ranchtage haben wir bewusst früh in die Route gelegt. Wer nach dem Langstreckenflug erst einmal ankommt, fährt die folgenden Etappen deutlich entspannter. 

Heute wird es ein langer Tag: 107 Kilometer bis Tombstone, gut eine Stunde und ein Viertel, danach weitere 396 Kilometer und knapp vier Stunden bis Las Cruces. Die erste Etappe führt durch Grasland, das sich in weiten Wellen zu den Dragoon Mountains hinzieht, mit Ranchtoren aus Rohren und Windrädern, die in der Ferne knarren. 

Tombstone ist keine Kulisse, auch wenn es sich so anfühlt. Die Silberstadt entstand 1877 und erlebte sieben Jahre Boom, bevor das Wasser in die Schächte drückte. Auf der Allen Street liegen Holzbohlen vor den Fassaden, Kutschen rumpeln vorbei, und im O.K. Corral wird täglich um 11, 13 und 15 Uhr die Schießerei von 1881 nachgestellt, die den Ort berühmt gemacht hat. Im Eintritt steckt auch die Historama-Show und ein Nachdruck der Tombstone Epitaph von 1881. Ruhiger und historisch gründlicher wird es im Tombstone Courthouse State Historic Park, dem Gerichtsgebäude von 1882 mit Sheriff’s Office, Gerichtssaal und Ausstellungen zum Bergbau. 

Am Nachmittag rollen Sie über den Interstate 10 nach Osten, vorbei an Steins Pass und über die Staatsgrenze nach New Mexico. Las Cruces liegt am Rio Grande, im Rücken die gezackten Felsnadeln der Organ Mountains, die im Abendlicht rostrot anlaufen. Wenn noch Kraft bleibt, lohnt ein kurzer Gang über die Plaza von Mesilla, einem Adobe-Ort aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, in dem Billy the Kid vor Gericht stand. 

331 Kilometer verteilen sich heute auf vier Stationen, dazwischen knapp vier Stunden reine Fahrzeit. Nach 83 Kilometern und 50 Minuten erreichen Sie den White Sands National Park, und was dann kommt, hat mit gewöhnlicher Wüste nichts zu tun. 275 Quadratmeilen Gipssand, weiß wie Schnee, kühl unter den Füßen, in Kämmen und Mulden aufgeschichtet. Der Dunes Drive führt mitten hinein, an den Parkplätzen stehen Schattenpavillons, und wer möchte, mietet am Visitor Center ein Rundschlitten und lässt sich die Hänge hinunterrutschen. 

Danach klettert die Straße in die Sacramento Mountains: 57 Kilometer und 45 Minuten bis Cloudcroft, das auf über 2.600 Metern in Kiefernwald liegt. Die Temperatur fällt spürbar, die Luft riecht plötzlich harzig, und aus der Gipswüste ist innerhalb einer Stunde Bergland geworden. Weitere 72 Kilometer und knapp eine Stunde bringen Sie nach Ruidoso, dessen Midtown-Straße sich mit Galerien, Cafés und Brauereien an den Hang schmiegt. 

Die letzten 119 Kilometer und gut eineinviertel Stunden führen zurück in die Ebene nach Roswell. Das Land wird flach, der Wald verschwindet, und am Horizont stehen Pumpjacks und Getreidesilos. 

387 Kilometer und knapp vier Stunden Fahrzeit stehen heute an, verteilt auf zwei Etappen. Vorher aber gehört der Morgen dem International UFO Museum and Research Center an der Main Street. 1947 stürzte auf einer Ranch nordwestlich der Stadt etwas ab, und die Frage, was genau, hat Roswell zu einem Wallfahrtsort für Skeptiker und Gläubige gleichermaßen gemacht. Das Museum sammelt Zeitungsausschnitte, Zeugenaussagen und Militärdokumente und überlässt Ihnen das Urteil. 

92 Kilometer und knapp eine Stunde später sind Sie in einer anderen Epoche. Lincoln besteht im Wesentlichen aus einer einzigen Straße und 17 historischen Gebäuden, darunter das alte Lincoln County Courthouse, der Tunstall Store und der Verteidigungsturm El Torreón aus den 1850er Jahren. Hier tobte der Lincoln County War, hier saß Billy the Kid ein, und hier brach er aus. Der Ort hat keine Souvenirstände und keine Show, nur Holzböden, die unter den Schritten knarren. 

Zum Abschluss 295 Kilometer und knapp drei Stunden nach Nordwesten. Die US 380 führt durch leeres Hochland, an dessen Rändern Wacholder und Piñon-Kiefern stehen, dann fällt die Straße ins Rio-Grande-Tal, und Albuquerque breitet sich vor der langen Wand der Sandia Mountains aus. 

Old Town Albuquerque wurde 1706 gegründet, siebzig Jahre vor der amerikanischen Unabhängigkeit. Um die Plaza stehen Adobebauten mit Deckenbalken aus Zuckerkiefer, in den Arkaden liegen Silberschmuck, Töpferwaren und Webteppiche aus, und an der Nordseite steht die Kirche San Felipe de Neri mit ihren beiden weiß getünchten Türmen. Über 150 inhabergeführte Läden, Galerien und Restaurants verteilen sich auf die umliegenden Gassen. 

Ein paar Straßen weiter erzählt das Indian Pueblo Cultural Center die Geschichte der 19 Pueblos von New Mexico, aus ihrer eigenen Perspektive. Täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, mit Dauerausstellung, wechselnden Ausstellungen und einem Tanzprogramm. Im angeschlossenen Indian Pueblo Kitchen kochen die Küchenteams mit indigenen Zutaten, Blue Corn, Bohnen, Wildkräutern. 

Wer die Stadt von oben sehen will, fährt am späten Nachmittag mit der Sandia Peak Tramway hinauf. Die Bahn läuft Mittwoch bis Montag von 9 bis 20 Uhr, wetterabhängig, und schwebt in wenigen Minuten über Felswände und Kiefernwald bis auf über 3.000 Meter. Von oben liegt das Rio-Grande-Tal in der Tiefe, und bei klarer Sicht reicht der Blick weit nach Westen. 

Für den Abend empfehlen wir Sadie’s of New Mexico, eine Institution seit über siebzig Jahren. Sopaipillas kommen warm auf den Tisch, dazu Honig, und die Green-Chile-Gerichte sind das, wofür New Mexico steht. 

102 Kilometer und gut eine Stunde nach Norden, und die Stadt, die Sie erreichen, ist die älteste Hauptstadt der USA. Santa Fe liegt auf über 2.100 Metern am Fuß der Sangre de Cristo Mountains, und die Höhe merkt man beim ersten Anstieg zur Plaza. Die Bauordnung schreibt bis heute Adobe-Optik vor, was der Altstadt ihre einheitlich lehmbraune Farbe gibt. 

An der Nordseite der Plaza steht der Palace of the Governors, 1610 auf Anordnung der spanischen Krone errichtet und damit das älteste durchgehend genutzte öffentliche Gebäude europäischer Erbauer auf dem amerikanischen Festland. Unter seinen Arkaden verkaufen täglich von 8:30 bis 17 Uhr Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker der Pueblos ihre Arbeiten, direkt vom Hersteller. Zwei Blocks weiter zeigt das Georgia O’Keeffe Museum täglich von 10 bis 17 Uhr die Arbeiten der Malerin, die das Licht dieser Landschaft in Farbe übersetzt hat. In der Loretto Chapel windet sich eine Wendeltreppe ohne sichtbare Mittelstütze zwei volle Umdrehungen nach oben. 

Nachmittags lohnt die Canyon Road, ein knapper Kilometer Straße mit über achtzig Galerien in alten Wohnhäusern, mit Skulpturen in den Vorgärten und Kaminrauch in der Luft. Wer lieber etwas völlig anderes will, fährt zu Meow Wolf am Rufina Circle, einer begehbaren Kunstinstallation, in der man durch Kühlschränke und Kamine in andere Räume klettert. 

Zum Essen empfehlen wir The Shed in der East Palace Avenue, einen halben Block von der Plaza entfernt, seit 1953 in Familienhand und mit einem James Beard Award ausgezeichnet. Die Red Chile Enchiladas sind der Grund, warum die Einheimischen hier anstehen. Abends geht es die 102 Kilometer zurück nach Albuquerque. 

Bevor Sie Albuquerque verlassen, lohnt ein früher Abstecher an den westlichen Stadtrand. Im Petroglyph National Monument liegen auf einer 27 Kilometer langen Basaltkante über 20.000 in den Stein geschlagene Bilder, geschaffen von Pueblo-Völkern und spanischen Siedlern. Der Boca Negra Canyon ist täglich von 8:30 bis 16:30 Uhr geöffnet und führt auf kurzen Wegen zu rund hundert Petroglyphen, der Rinconada Canyon zeigt auf einer Schleife von 3,5 Kilometern etwa dreihundert. 

Danach 348 Kilometer und gut dreieinhalb Stunden nach Norden. Die Straße steigt langsam an, das Hochland wird grüner, Wacholder weicht Kiefer, und irgendwo hinter Cuba tauchen zum ersten Mal die schneebedeckten Kämme der San Juan Mountains am Horizont auf. Sie überqueren die Staatsgrenze nach Colorado und rollen in ein Tal, in dem der Animas River zwischen Pappeln liegt. 

Durango wurde 1880 von der Denver & Rio Grande Railroad gegründet, und das sieht man der Main Avenue bis heute an: Backstein- und Natursteinfassaden aus der Boomzeit, Gusseisenbalkone, breite Gehsteige. Für den Abend empfehlen wir Carver Brewing Co. an der Main Avenue, seit 1983 in Betrieb und das erste Brauhaus im Südwesten nach der Prohibition. 

86 Kilometer und gut eine Stunde westlich von Durango steigt eine bewaldete Tafelbergkante aus dem Land: der Mesa-Verde-Nationalpark, UNESCO-Welterbe und Schutzgebiet für das kulturelle Erbe von 27 Pueblos und Stämmen. Über siebenhundert Jahre lebten die Ancestral Pueblo hier, zuletzt in Wohnanlagen, die sie unter überhängende Sandsteindächer bauten. 

Der Cliff Palace ist die größte bekannte Felsenwohnung Nordamerikas. Die Ranger-Führung dauert 45 Minuten und verlangt etwas Beweglichkeit: vier Leitern und rund 30 Höhenmeter. Wer es sportlicher mag, wählt das Balcony House mit einer zehn Meter hohen Leiter und einem Kriechtunnel von 45 Zentimetern Breite. Unten im Canyon steht die Luft, oben zieht Wind über die Mesa, und in den Mauern stecken noch die Fingerabdrücke derer, die den Lehm verstrichen haben. Wir reservieren Ihre Tour gerne vorab, denn die Plätze werden nur 14 Tage im Voraus freigegeben und sind schnell weg. 

Alternativ lassen Sie Mesa Verde links liegen und fahren nach Norden: 77 Kilometer und eine gute Stunde über den San Juan Skyway nach Silverton, eine alte Bergbaustadt auf 2.800 Metern mit bunt gestrichenen Holzhäusern und einer Hauptstraße, die immer noch nicht asphaltiert ist. Wer die Strecke lieber im Sitzen erlebt, bucht die Durango and Silverton Narrow Gauge Railroad, deren Dampfzug ab dem Depot an der Main Avenue in rund neun Stunden hin und zurück durch die Animas-Schlucht schnauft. 

Die schönste Etappe dieser Reise misst 272 Kilometer und gut drei Stunden. Die US 160 folgt zunächst dem Talboden nach Osten, dann beginnt der Anstieg zum Wolf Creek Pass. Auf 3.309 Metern überqueren Sie die kontinentale Wasserscheide, links und rechts fallen Hänge aus dunklen Fichten ab, und an klaren Tagen sehen Sie von der Passhöhe über drei Bergketten hinweg. Auf der Ostseite öffnet sich das San Luis Valley, ein Hochtal so flach und weit, dass die Berge am Rand wie ausgeschnitten wirken. 

Im Great-Sand-Dunes-Nationalpark türmen sich die höchsten Sanddünen Nordamerikas vor der Wand der Sangre de Cristo Mountains auf, ein Bild, das man schwer glaubt, bevor man es sieht. Der Park ist rund um die Uhr geöffnet, Zeitfenster oder Reservierungen gibt es nicht. Sandboards und Sandschlitten lassen sich außerhalb des Parks mieten. Der Aufstieg auf die High Dune kostet Kraft, weil jeder Schritt zur Hälfte zurückrutscht, aber oben stehen Sie in einer Landschaft, die aussieht, als hätte jemand die Sahara vor die Rockies gestellt. Der Park ist zudem als International Dark Sky Park ausgezeichnet. 

Die letzten 56 Kilometer und knapp 40 Minuten bringen Sie nach Alamosa am Rio Grande, wo Sie übernachten. 

Bevor Sie weiterfahren, lohnt ein Umweg von wenigen Minuten zum Alamosa National Wildlife Refuge östlich der Stadt. 12.026 Acres Feuchtwiesen, rund 4.900 Hektar,, alte Flussschlingen und Ufergehölze am Rio Grande, in denen über 200 Vogelarten leben. Vom Bluff Overlook blicken Sie über das Sumpfland, und in der Morgenkühle stehen Maultierhirsche im hohen Gras, während Kraniche und Enten über die Wasserflächen ziehen. 

Danach 131 Kilometer und knapp anderthalb Stunden nach Norden. Die US 285 zieht schnurgerade durch das Hochtal, links die Sangre de Cristos, rechts die San Juans, dazwischen Kartoffelfelder, Bewässerungskreise und Ranches mit langen Auffahrten. Bei Poncha Springs kippt die Landschaft, und der Arkansas River nimmt Sie mit ins Tal. 

Salida ist ein Ort, der in den 1880er Jahren mit der Eisenbahn schnell gewachsen ist und heute Colorados größten historischen Distrikt trägt. Backsteinfassaden im viktorianischen Zuschnitt, Galerien im ersten zertifizierten Creative District des Bundesstaates, Livemusik das ganze Jahr über. Der Arkansas ist der meistbefahrene Wildwasserfluss der USA, und im Whitewater Park mitten in der Stadt sitzen abends die Leute am Ufer und schauen den Kajaks zu. Für die müden Beine gibt es den Salida Hot Springs Aquatic Center mit einem der größten Indoor-Thermalbecken des Landes. 

Zwei Etappen, zusammen 365 Kilometer und gut vier Stunden Fahrzeit, trennen Sie noch von Denver. Zuerst 224 Kilometer und knapp drei Stunden über den Trout Creek Pass und durch South Park nach Osten, wo die Rockies auslaufen und die Great Plains beginnen. 

Kurz vor Calhan liegt eine Landschaft, die man auf dieser Route nicht erwartet: der Paint Mines Interpretive Park. Auf rund 300 Hektar haben Wasser und Wind Tonschichten freigelegt, die in Ocker, Rosé, Weiß und Rostrot gebändert sind und zu Spitzen und Hoodoos ausgewaschen wurden. Vier Meilen Wege führen hindurch, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, ganzjährig. Nehmen Sie Wasser mit, es gibt vor Ort keines, und Schatten so gut wie nicht. Das Betreten und Beklettern der Formationen ist verboten, ebenso sind Hunde und Drohnen nicht erlaubt. 

Die letzten 141 Kilometer und gut anderthalb Stunden führen nach Norden, und irgendwann schiebt sich rechts die Skyline von Denver ins Bild, dahinter als lange blaue Linie die Front Range. Die Stadt liegt auf exakt einer Meile Höhe, was sich beim ersten Treppensteigen bemerkbar macht. 

Der Beaux-Arts-Bau der Union Station an der Wynkoop Street wurde 1881 eröffnet, 1914 umgebaut und 2014 wiedereröffnet. In der Great Hall sitzen die Leute in Ledersesseln unter Kronleuchtern, als warteten sie auf einen Zug, den es längst nicht mehr gibt, und tatsächlich fahren hier immer noch welche ab. Rundherum liegen Bars und Restaurants, darunter die Terminal Bar in der alten Fahrkartenschalterhalle. 

Danach haben Sie die Wahl. Das Denver Art Museum zeigt über 70.000 Werke in zwölf Sammlungen, verteilt auf den Martin Building und den zackigen Hamilton Building von Daniel Libeskind. Gleich nebenan erzählt das History Colorado Center täglich von 10 bis 17 Uhr die Geschichte des Bundesstaates, mit einer Ausstellung zum Sand-Creek-Massaker, die nichts beschönigt. 

Zum Essen empfehlen wir den Denver Central Market an der Larimer Street im RiNo-Viertel. Elf Stände in einer umgebauten Halle, von Holzofenpizza über Tacos und Meeresfrüchte bis zu handgemachter Schokolade, dazu eine Bar in der Mitte. Nach dem Essen führt der Weg fast von selbst weiter durch RiNo, wo halbe Straßenzüge mit großformatigen Wandbildern bemalt sind. 

Fünfundzwanzig Kilometer westlich von Denver stellen sich zwei Sandsteinplatten von der Größe mehrerer Häuser gegeneinander, und dazwischen liegt ein Amphitheater: Red Rocks Park and Amphitheatre. Die Akustik zwischen den Felsen ist der Grund, warum hier seit Jahrzehnten gespielt wird, aber auch ohne Konzert lohnt der Weg. Morgens laufen Einheimische die Stufenreihen hoch und runter, im Trading Post gibt es Kaffee, und vom oberen Rand fällt der Blick über die Ebene bis zur Skyline. 

Rund um den Park führen mehrere Trails durch die Felsformationen, der Trading Post Trail auf gut zwei Kilometern mitten hindurch. Der Sandstein leuchtet rostrot, an den Kanten wachsen Wacholder aus Spalten, und im Gegenlicht sehen die aufgerichteten Platten aus wie umgekippte Bühnenbilder. 

Wer lieber in der Stadt bleibt, verbringt den Tag in den Denver Botanic Gardens an der York Street, wo japanischer Garten, Steppenpflanzungen und Gewächshäuser aneinandergrenzen. Diesen letzten vollen Tag legen wir Ihnen ohne festes Programm ans Herz: Denver eignet sich gut zum Ausklingen. 

Je nach Abflugzeit bleibt am Morgen Zeit für einen letzten Gang durch die Larimer Square oder ein spätes Frühstück in der Union Station. Danach fahren Sie die rund 40 Kilometer zum Denver International Airport, geben dort den Mietwagen zurück und treten den Rückflug nach Deutschland an. Hinter Ihnen liegen 19 Tage, drei Bundesstaaten und eine Landschaft, die sich von Kakteenwald über Gipsdünen bis zu Dreitausenderpässen mehrfach neu erfunden hat. 

Wunschleistungen

  • Aufpreis Premium Economy Class Flüge: ab 720 € p. P.
  • Rail & Fly ab/bis Frankfurt in der 2. Klasse inkl. ICE Nutzung: 110 € p. P.
  • America The Beautiful Pass 250,- USD

FAQ

Welche Nationalparks kann ich im Südwesten besuchen?

Grand Canyon, Zion, Bryce Canyon, Arches und Canyonlands sind für uns die großen Klassiker einer Südwest-Reise. Wir empfehlen, nicht zu viele Parks in zu kurzer Zeit einzuplanen und lieber mindestens einen vollen Tag pro Nationalpark vorzusehen.

Wann ist die beste Reisezeit für Arizona und den Südwesten?

Frühling und Herbst sind ideal für Wanderungen, Roadtrips und angenehme Temperaturen. Im Sommer sollte der Tag früh beginnen, denn die Hitze in der Wüste kann zur Mittagszeit sehr intensiv werden.

Brauche ich für den Grand Canyon eine Reservierung?

Für bestimmte Zufahrten, Unterkünfte, Shuttles oder Touren können Reservierungen notwendig sein. Unser Tipp ist, besonders für Hauptsaison und Wochenenden früh zu planen, damit die Reise entspannt bleibt.

Was sollte ich beim Fahren im Südwesten beachten?

Im Südwesten liegen Tankstellen und Mobilfunkempfang teilweise weit auseinander. Wir empfehlen deshalb immer ausreichend Wasser, Offline-Karten und einen gut gewarteten Mietwagen – besonders bei hohen Temperaturen und längeren Etappen.

Was ist der America the Beautiful Pass?

Der America the Beautiful Pass ist ein Jahrespass für US-Nationalparks und viele weitere Erholungsgebiete des Bundes. Er gilt für Eintrittsgebühren sowie übliche Tagesnutzungsgebühren bei Einrichtungen des National Park Service, U.S. Forest Service, Bureau of Land Management, U.S. Fish & Wildlife Service und weiteren Bundesbehörden

Was kostet der America the Beautiful Pass für internationale Reisende?

Für Reisende ohne Wohnsitz in den USA kostet der Non-Resident Annual Pass seit 1. Januar 2026 250 US-Dollar. Für US-Staatsbürgerinnen, US-Staatsbürger und dauerhaft in den USA Ansässige liegt der Preis bei 80 US-Dollar.

„Wenn Freunde mich fragen, warum ich immer wieder in die USA fahre, sage ich: Weil kein Besuch dem anderen gleicht. New York ist jedes Mal eine andere Stadt, je nachdem, wo man hinschaut. Und der Südwesten, ob Grand Canyon, Bryce oder Monument Valley, nimmt einem jedes Mal aufs Neue den Atem. Dieses Land hat eine Tiefe, die unbedingt erlebt haben muss. Ich helfe Ihnen gerne, so viel davon wie möglich zu erleben.“
Eine Frau mit grauen Haaren und Brille, die in die Kamera lächelt und die Arme verschränkt.
Alexandra Wolf
USA-Expertin

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Bewertungen unserer Reisenden

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Sandra Theißen
25 days ago
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Wir hatten eine unvergessliche USA-Reise mit unseren 2 Söhnen an die West- und Ostküste, die von Anfang bis Ende hervorragend organisiert war. Die gesamte Reiseplanung, inklusive der übersichtlichen Begleitung über die Vamoos App, hat wunderbar funktioniert und uns das Reisen sehr angenehm gemacht. Unser ganz besonderer Dank geht an Herr Wiechert, er war während der gesamten Planung und Reise immer unser zuverlässiger Ansprechpartner. Wir haben uns jederzeit bestens beraten und betreut gefühlt. Alles war durchdacht und perfekt aufeinander abgestimmt – besser hätte unsere Reise wirklich nicht organisiert sein können. Wir sind rundum zufrieden, denken sehr gerne an diese besondere Reise zurück und können die Reiseberatung uneingeschränkt weiterempfehlen. Für zukünftige Reisen würden wir uns jederzeit wieder vertrauensvoll an Herrn Wiechert wenden. Vielen Dank für diese wunderschöne und unvergessliche Familienreise! 🇺🇸
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Nina Pfeil-Hüsken
25 days ago
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Silke Raabe
35 days ago
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Wir waren mit der Reiseplanung von USA-Reisen Experte sehr zufrieden. Es wurden tolle Unterkünfte für uns gebucht, ein Inlandsflug sowie das Mietauto. Besonders begeistert waren wir von der Vamoos-App, in der wir immer über die aktuelle Reiseroute ect. im Bilde waren. Bei Fragen konnten wir uns jederzeit an die USA-Reisen-Experten wenden! Einfach top und auf jeden Fall weiterzuempfehlen 👍
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Verena Franken
35 days ago
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Es war eine wunderschöne, Erlebnisreiche außergewöhnliche Zeit in den USA. Das zweite Mal USA mit perfekter Planung Dank Frau Wolf!!!! Einfach ein Traum und nicht das letzte Mal
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Antje Yeadon
44 days ago
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Marcel Hampl
77 days ago
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Wir sind rundum zufrieden! Unsere USA-Rundreise war perfekt geplant und organisiert. Die Beratung war stets freundlich, kompetent und auf unsere Wünsche abgestimmt. Alles hat reibungslos funktioniert und wir hatten eine unvergessliche Reise. Vielen Dank – absolute Empfehlung!
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Ingoscha Petz
82 days ago
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Top Betreuung und Anleitung in Vorbereitung der Reise nach New York. Alle Buchungen und Anfragen wurden korrekt umgesetzt und beantwortet. Regelmäßige Updates und Infos vor Beginn der Reise waren sehr hilfreich. In Verbindung mit der Vamoos App sind immer alle Buchungsunterlagen und Reisepläne digital abrufbar. Vielen Dank an das USA-Reisen Experten Team. Ich kann diesen USA-Reisen Anbieter uneingeschränkt emphehlen!
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Silvia Gewiese
89 days ago
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Hat alles zu 100% gepasst.Von Buchung bis zum Urlaub alles perfekt.Immer wieder gerne auch ohne Englisch Kenntnisse kann man die USA bereisen.Da Reisen Experte alles super organisiert hat.Danke dafür nochmal war ein unvergesslicher Urlaub.
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Christin
92 days ago
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Wir haben unsere Rundreise an der Westküste hier gebucht. Ein großes Dankeschön geht dabei an Pascal, der unsere Reise geplant hat. Er ist super auf unserer Wünsche eingegangen und hat viele Tipps für Ausflüge, Wanderungen und Restaurants gegeben.
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Kai
97 days ago
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Alles war perfekt. Viiiiielen Dank New York, Florida es war wunderschön und es lief alles reibungslos. Besser hätte man es nicht planen können. Nochmal vielen Dank Alex... Wir melden uns wenn es auf die linke Seite der schönen USA geht ☺️ lieben Gruß

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„Wenn Freunde mich fragen, warum ich immer wieder in die USA fahre, sage ich: Weil kein Besuch dem anderen gleicht. New York ist jedes Mal eine andere Stadt, je nachdem, wo man hinschaut. Und der Südwesten, ob Grand Canyon, Bryce oder Monument Valley, nimmt einem jedes Mal aufs Neue den Atem. Dieses Land hat eine Tiefe, die man unbedingt erlebt haben muss. Ich helfe Ihnen gerne, so viel davon wie möglich zu erleben.“
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Alexandra Wolf
USA-Expertin

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