100 Jahre Route 66: Das Jubiläumsjahr auf der Mother Road
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Am 11. November 2026 wird die Route 66 hundert Jahre alt, und gefeiert wird seit dem 30. April in allen acht Bundesstaaten zwischen Chicago und Santa Monica. Wer 100 Jahre Route 66 selbst erleben möchte, erwischt gerade das beste Zeitfenster: Bis in den November hinein reihen sich Festivals, Oldtimer-Paraden und Einweihungen aneinander, und die Straße, die offiziell seit 1985 gar nicht mehr existiert, ist so lebendig wie seit Jahrzehnten nicht.
Warum die Route 66 im Jubiläumsjahr zwei Geburtstage hat
Die Zahl 66 wurde am 30. April 1926 vergeben, in Betrieb ging die Strecke am 11. November desselben Jahres. Dass ausgerechnet Springfield in Missouri sich bis heute „Birthplace of Route 66” nennt, hat mit einem Telegramm zu tun, das von dort an die Straßenbehörde ging und den Namen festzurrte.
Für das Jubiläumsjahr heißt das: zwei Termine, zwei völlig verschiedene Stimmungen. Der nationale Auftakt lief vom 30. April bis 3. Mai 2026 in Springfield, mit Konzert, Parade, Drohnenshow und einer Live-Schalte der NBC-Sendung „Today”. Der eigentliche hundertste Geburtstag am 11. November ist der ruhigere, historisch korrekte Termin, und er fällt mitten in die Nebensaison.
USA-Experten-Tipp: Wenn Sie zwischen Trubel und Ruhe wählen müssen, entscheiden Sie sich nach Ihrem Reisetyp, nicht nach dem Datum. Im Frühjahr fahren Sie mit halb Amerika auf derselben Straße, im November haben Sie die Diners in Oklahoma fast für sich.
Von der Fluchtstraße zum Mythos: die Geschichte in Kürze
Auf ihrer vollen Länge maß die Route 66 rund 2.448 Meilen, also etwa 3.940 Kilometer, und verband Chicago mit dem Pazifik. Sie durchquerte acht Bundesstaaten: Illinois, Missouri, Kansas, Oklahoma, Texas, New Mexico, Arizona und Kalifornien.
Ihren Platz in der amerikanischen Erzählung bekam sie in den dreißiger Jahren, als Zehntausende Familien aus den ausgedörrten Ebenen des Mittleren Westens nach Westen zogen. Der National Park Service beschreibt diese Migration als den Moment, in dem entlang der Straße die kleinen Tankstellen, Motels und Diners entstanden, von denen heute noch einige stehen. Aus der Notlösung wurde ein Gewerbe, aus dem Gewerbe eine Ikone.
Das Ende kam schleichend und begann 1956 mit dem Federal Aid Highway Act. Fünf Interstates, die I-55, I-44, I-40, I-15 und I-10, ersetzten die Route 66 über drei Jahrzehnte hinweg Abschnitt für Abschnitt. Nachdem 1984 das letzte Teilstück von der I-40 umfahren worden war, wurde die Straße 1985 offiziell aus dem Highway-System gestrichen.
Danach begann die zweite Karriere. 1990 verabschiedete der Kongress den Route 66 Study Act, seit 2001 fördert der National Park Service den Erhalt der Strecke: 179 Projekte mit 2,72 Millionen Dollar Bundesmitteln und 4,5 Millionen Dollar aus privaten Mitteln, zusammen rund 7,1 Millionen Dollar. Genau davon leben die restaurierten Neonschilder, an denen Sie heute vorbeifahren.
Welche Veranstaltungen 2026 noch anstehen
Der Kalender der offiziellen Centennial-Organisation listet für die letzten Monate des Jubiläumsjahres Dutzende Termine, und die Dichte nimmt Richtung November noch einmal zu. Diese Termine sind die größeren:
- 23. bis 27. September, Arcadia, Oklahoma: Centennial Route 66 Balloon Festival
- 25. bis 27. September, Springfield, Illinois: 25. International Route 66 Mother Road Festival
- 25. und 26. September, Winslow, Arizona: Standin’ on the Corner Festival, in der Stadt, die durch eine Liedzeile der Eagles berühmt wurde
- 1. bis 3. Oktober, Texas: Texas Route 66 Motor Tour von Texola bis Glenrio, quer durch den Panhandle
- 4. Oktober, Edmond, Oklahoma: Cycle 66, die Radtour auf der Mother Road
- 9. und 10. Oktober, Barstow, Kalifornien: Main Street USA Festival
- 9. bis 11. sowie 16. und 17. Oktober, Kingman, Arizona: Street Drags und Route 66 Fest
- 10. und 11. November, Springfield, Illinois: Konferenz und große Jubiläumsfeier des Illinois Route 66 Scenic Byway im Motorheads Bar, Grill & Museum, punktgenau zum hundertsten Geburtstag
Zwei Dinge aus diesem Jahr können Sie auch noch mitnehmen, wenn Sie später reisen. Die US-Post gab am 5. Mai 2026 in Phoenix acht Route-66-Sondermarken heraus, je ein Motiv pro Bundesstaat, verkauft im Bogen zu 16 Stück. Und in Catoosa in Oklahoma wurde am 30. Mai der Blue Whale wiedereröffnet, jener blaue Betonwal am Teich, der seit den Siebzigern zu den meistfotografierten Kuriositäten der Strecke gehört.
Wo Sie heute noch echte Route 66 fahren
Die Route 66 ist kein durchgehender Highway mehr, sondern eine Kette von Originalabschnitten, Umgehungen und Interstate-Kilometern. Wer den Unterschied kennt, plant deutlich entspannter.
Arizona hält laut Recherchen von Forbes mit über 300 Meilen den längsten zusammenhängenden Originalabschnitt, zwischen Seligman und Kingman fahren Sie stundenlang ohne Interstate im Rückspiegel. Oklahoma bringt rund 400 Meilen befahrbare historische Strecke mit, und die dortige Route 66 Association beansprucht für sich, mehr befahrbare Originalmeilen zu haben als jeder andere Bundesstaat. Kansas kommt dagegen mit etwa 13 Meilen rund um Galena aus, was die Strecke dort zur kürzesten und zur am schnellsten abgehakten macht.
In Kalifornien stehen die Klassiker dicht beieinander: Roy’s Motel & Café im Wüstennest Amboy und das Wigwam Motel in San Bernardino, in dem Sie in einem Betontipi übernachten. Wer von Osten kommt, hat da schon 2.000 Meilen hinter sich und merkt, dass die letzten davon die stillsten sind.
USA-Experten-Tipp: Planen Sie die Originalabschnitte bewusst als Tagesziele ein, nicht als Umwege. Die Faustregel unserer Reiseexperten lautet: pro Reisetag maximal ein längeres historisches Teilstück, der Rest Interstate, sonst wird aus Nostalgie schnell Sitzfleisch.
Was das Jubiläum für Ihre Reiseplanung bedeutet

Ein Jubiläum verschiebt nicht die Sehenswürdigkeiten, sondern die Verfügbarkeiten. Die Route 66 führt über weite Strecken durch Orte mit wenigen hundert Einwohnern, in denen zwei Motels schon die gesamte Bettenkapazität darstellen. Fällt dort ein Festivalwochenende an, ist die Stadt ausgebucht, und die nächste Alternative liegt eine Autostunde entfernt.
Dazu kommt der Charakter der Strecke selbst. Chicago und Los Angeles sind zwei verschiedene Flughäfen, das heißt Gabelflug und Einwegmiete beim Mietwagen, und beides will früh gebucht sein. Im Jubiläumsjahr sind auch die Fahrzeugklassen knapp, die Reisende für so eine Tour bevorzugen: Cabrios, große Limousinen, Motorräder und Wohnmobile.
In unserer Beratung ist der häufigste Planungsfehler nicht die Route, sondern die Zeit. Wer Chicago bis Los Angeles in zehn Tagen schaffen will, verbringt den Großteil davon auf der Interstate und sieht von der historischen Strecke wenig mehr als die Ausfahrtsschilder. Zwei bis drei Wochen sind der Rahmen, in dem die Mother Road das hält, was ihr Ruf verspricht.
Wenn Sie das Jubiläumsjahr nicht mehr erwischen, ist wenig verloren. Die restaurierten Gebäude, die neuen Ausstellungen und die wiedereröffneten Attraktionen bleiben, und der Gesetzentwurf, der die Route 66 zum National Historic Trail erklären soll, liegt seit September 2025 im Kongress und würde den Erhalt langfristig absichern. Eine Route 66 Rundreise lohnt sich also auch 2027 noch, dann sogar mit mehr Ruhe auf der Straße.
Ihr Jubiläumsjahr, Ihre Strecke
Hundert Jahre Straße lassen sich nicht in zehn Tagen abfahren, aber sie lassen sich planen. Ob Sie den November 2026 noch mitnehmen oder mit mehr Ruhe 2027 starten: Wir sortieren mit Ihnen die Abschnitte, die sich wirklich lohnen, und legen Flüge, Mietwagen und Übernachtungen so, dass Sie unterwegs nicht suchen müssen. Sprechen Sie uns an, wir planen Ihre Route 66 Rundreise gemeinsam.
Welchen Abschnitt der Mother Road würden Sie zuerst fahren wollen, den Südwesten oder den Mittleren Westen?
Häufig gestellte Fragen
Die Streckennummer wurde am 30. April 1926 vergeben, in Betrieb ging die Route 66 am 11. November 1926. Deshalb gab es im Jubiläumsjahr einen Auftakt im Frühjahr und den eigentlichen hundertsten Geburtstag im November.
Der nationale Auftakt Ende April in Springfield, Missouri, war die größte Einzelveranstaltung. Für den Rest des Jahres sind das Mother Road Festival in Springfield, Illinois, Ende September und die Jubiläumsfeier am 10. und 11. November ebendort die Höhepunkte.
Auf voller Länge sind es rund 2.448 Meilen, also etwa 3.940 Kilometer. Zwei bis drei Wochen gelten als realistischer Rahmen, wenn Sie die historischen Abschnitte wirklich fahren und nicht nur die Interstate nutzen wollen.
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