New Orleans Sehenswürdigkeiten: Jazz, kreolische Küche und der French Quarter 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der French Quarter wurde 1718 gegründet, sieht aber überwiegend spanisch aus
  • Traditionellen Jazz hören Sie in der Preservation Hall, die lebendigste Clubstraße ist die Frenchmen Street. 
  • Kreolische Küche kocht mit Tomate, Cajun-Küche traditionell ohne, und beide beginnen mit der „Holy Trinity“ aus Zwiebel, Staudensellerie und Paprika. 
  • Die angenehmsten Reisemonate sind der Frühling und der Oktober, die meisten Regentage fallen auf Juni bis August. 
  • Termine 2027: Mardi Gras am 9. Februar, Jazz Fest vom 22. bis 25. April und vom 29. April bis 2. Mai. 

Die wichtigsten New Orleans Sehenswürdigkeiten auf Ihrer Südstaaten Rundreise finden Sie nicht in einer Parade, sondern in drei Dingen, die das ganze Jahr über stattfinden: in den rund 85 Blocks des French Quarter, im Live-Jazz zwischen Preservation Hall und Frenchmen Street und in einer Küche, die kreolische und Cajun-Traditionen auf einen Teller bringt. Wer bei New Orleans nur an Perlenketten und die Bourbon Street denkt, verpasst die Stadt dahinter: Puderzucker, der morgens am Mississippi von den Beignets rieselt, Blechbläser, die in einem kleinen Saal an der St. Peter Street ohne Mikrofon loslegen, und lange Tische voller Flusskrebse, an denen niemand auf die Uhr schaut. Diese New Orleans Reisetipps zeigen Ihnen, wo Sie all das finden. 

New Orleans Reisetipps: Warum die Stadt mehr ist als ein Karnevalstag 

Mardi Gras ist streng genommen ein einziger Dienstag, der Fat Tuesday, und der fällt 2027 laut dem offiziellen Tourismusportal auf den 9. Februar. Die Kultur, von der dieser Tag lebt, hat dagegen an jedem Abend im Jahr geöffnet, und genau deshalb lohnt es sich, New Orleans als Stadt der Musik, der Architektur und der Küche zu lesen statt als Kulisse für eine Party. Der National Park Service unterhält hier sogar einen eigenen Nationalpark für den Jazz, der 1994 per Gesetz gegründet wurde und die Orte bewahren soll, an denen diese Musik entstanden ist. 

National Geographic zählt neben dem Jazz den Sazerac-Cocktail zu den Traditionen der Stadt, und das Magazin Time Out hat New Orleans 2025 zum besten Food-Reiseziel der Welt gekürt, was das offizielle Tourismusportal mit hörbarem Stolz vermerkt. Das Schöne daran: Für all das brauchen Sie weder Kostüm noch Tribünenplatz, sondern nur bequeme Schuhe und etwas Neugier auf die Geschichten hinter den Fassaden. 

French Quarter New Orleans: Warum die französische Altstadt spanisch aussieht 

Der French Quarter, auf Französisch Vieux Carré, wurde 1718 gegründet und ist seit 1965 National Historic Landmark. Er umfasst rund 85 Blocks zwischen Canal Street, Esplanade Avenue, Rampart Street und dem Mississippi, und Sie durchqueren ihn zu Fuß in etwa 20 Minuten, wenn Sie nirgends stehen bleiben, was erfahrungsgemäß niemandem gelingt.

Die eigentliche Pointe steckt in der Architektur. Am 21. März 1788 brach an der Chartres Street in einem Privathaus ein Feuer aus, angeblich durch Kerzen an einem Karfreitagsaltar, und legte nach Angaben des Preservation Resource Center rund 850 Gebäude und damit vier Fünftel der bewohnten Stadt in Asche. Nur sechs Jahre später, am 8. Dezember 1794, brannte es erneut, diesmal ausgehend von der Royal Street im Geschäftsviertel. Die spanische Kolonialverwaltung zog daraus ab 1795 Konsequenzen: Ziegel und Schiefer ersetzten die Dächer aus Zypressenschindeln und Palmblättern, Fassaden mussten gemauert oder zumindest verputzt sein und direkt an der Straße stehen, und statt Vorgärten entstanden ummauerte Innenhöfe. Was Sie heute als typisch „französisches“ Viertel fotografieren, ist also zum großen Teil spanische Bauordnung. 

Am besten erleben Sie diesen Stadtteil auf den Parallelstraßen zur Bourbon Street. Die Royal Street ist für Antiquitätenhändler und Galerien bekannt, am Jackson Square wacht die St. Louis Cathedral über Straßenmusiker und Porträtmaler, und der French Market am Fluss besteht laut dem Reiseblog Blogger at Large bereits seit 1791. Wer eine Pause braucht, setzt sich ins Napoleon House an der Chartres Street 500, ein rund 200 Jahre altes Wahrzeichen, das The Scout Guide als die Adresse für eine klassische Muffuletta empfiehlt, jenes runde Sandwich mit Olivensalat, das satt macht, bevor man es ganz aufgegessen hat. 

USA-Experten-Tipp: Laufen Sie die Bourbon Street einmal bewusst ab, und zwar tagsüber. Abends wechseln Sie auf die Royal Street oder weiter zur Frenchmen Street, dort ist die Musik besser und die Plastikbecher sind seltener. 

New Orleans Jazz: Wo die Musik noch ohne Verstärker auskommt 

Wer verstehen will, warum der Jazz ausgerechnet hier entstand, beginnt am besten am Congo Square im Stadtteil Tremé. Laut National Park Service versammelten sich dort schon Mitte des 18. Jahrhunderts versklavte Menschen sonntags auf einem Markt vor dem Stadtwall, und der Platz wurde später für seine afrikanischen Tänze berühmt. In den 1880er Jahren spielten Brass Bands wie die Excelsior und die Onward mit formal ausgebildeten Musikern, zwischen 1895 und 1900 begann der Kornettist Charles „Buddy“ Bolden, improvisierten Blues in bekannte Tanzmelodien einzubauen und das Tempo anzuziehen. 1922 holte King Oliver seinen Schüler Louis Armstrong nach Chicago, und mit ihm verließ diese Musik die Stadt, um die Welt zu erobern. Das Besucherzentrum des Jazz-Nationalparks liegt an der Decatur Street 419 und ist dienstags bis samstags von 9:30 bis 16:30 Uhr geöffnet. 

Den Klang dieser frühen Jahre hören Sie am unmittelbarsten in der Preservation Hall an der St. Peter Street 726, die seit 1961 traditionellen New-Orleans-Jazz spielt. Der Saal ist klein, die Musik akustisch, und jede Vorstellung dauert 45 Minuten, wobei der Kalender meist vier Termine pro Abend zeigt. Tickets gibt es ausschließlich vorab online, an der Tür wird kein Bargeld mehr angenommen, und Fotos oder Mitschnitte sind während des Konzerts nicht erlaubt, was sich nach fünf Minuten weniger wie eine Regel anfühlt als wie ein Geschenk. Kinder dürfen mit, denn die Hall ist laut eigener Auskunft ein Veranstaltungsort für alle Altersgruppen. 

Einen Abend später gehört Ihre Zeit der Frenchmen Street zwischen Esplanade Avenue und Royal Street, am Übergang vom French Quarter zum Stadtteil Marigny. Hier reihen sich Clubs wie Snug Harbor, The Spotted Cat, d.b.a., Blue Nile, The Maison und Three Muses aneinander, und die Bands wechseln munter zwischen Jazz, Blues und Reggae. Ab 19 Uhr öffnet außerdem der Frenchmen Art Bazaar, ein nächtlicher Kunstmarkt lokaler Künstler*innen, der sonntags bis mittwochs bis Mitternacht und am Wochenende bis 1 Uhr läuft. 

Wer noch einen dritten Musikabend übrig hat, fährt Richtung Uptown. Das Tipitina’s an der Napoleon Avenue 501 ist seit 1977 ein Fixpunkt und nach einem Song von Professor Longhair benannt, und die Maple Leaf Bar an der Oak Street 8316 spielt seit 1974 an sieben Abenden pro Woche, montags mit dem Bassisten George Porter Jr. 

USA-Experten-Tipp: Buchen Sie die Preservation Hall, sobald Ihr Reisedatum steht, und planen Sie Frenchmen Street für einen anderen Abend ein. So hören Sie einmal die Wurzeln und einmal, was heute daraus gewachsen ist. 

New Orleans Küche: Kreolisch oder Cajun, und was auf den Teller gehört 

Die beiden Begriffe werden oft in einen Topf geworfen, dabei stehen sie für unterschiedliche Geschichten. Cajuns sind laut Nachfahren der Akadier, französischer Siedler aus Kanada, die vertrieben wurden und sich Ende des 18. Jahrhunderts im südlichen Louisiana niederließen. Kreolisch meint dagegen Menschen mit europäischen, afrikanischen, karibischen oder hispanischen Wurzeln und im weiteren Sinn alle, die in New Orleans geboren sind. Die einfachste Unterscheidung am Herd: Kreolische Küche verwendet Tomaten und tomatenbasierte Saucen, die traditionelle Cajun-Küche nicht. 

Gemeinsam haben beide die „Holy Trinity“ aus Zwiebel, Staudensellerie und grüner Paprika, die laut AFAR eine Abwandlung des französischen Mirepoix ist und in Gumbo wie Jambalaya steckt. Zur kreolischen Seite gehören der Gumbo mit dunkler Mehlschwitze, Shrimp Creole sowie Grits and Grillades, zur Cajun-Seite deftige Eintopfgerichte wie Jambalaya und Boudin, eine würzige Wurst mit Reisfüllung. Dazu kommt der Po’boy, das Baguette-Sandwich, das Sie in der ganzen Stadt bekommen, und im Brennan’s an der Royal Street 417 der Bananas Foster, der laut The Scout Guide genau dort erfunden wurde und am Tisch flambiert wird. 

Der Tag beginnt am besten im Café du Monde an der Decatur Street 800, das seit 1862 im French Market Kaffee mit Zichorie und Beignets serviert, quadratische Hefekrapfen unter einer ordentlichen Schicht Puderzucker. Die offizielle Website nennt Öffnungszeiten von 7:15 bis 23 Uhr sonntags bis donnerstags und bis Mitternacht am Freitag und Samstag, dunkle Kleidung sollten Sie an diesem Morgen trotzdem im Hotel lassen. 

Zwischen Januar und Juli ist laut The Scout Guide Crawfish-Saison, und dann sollten Sie sich einen Crawfish Boil nicht entgehen lassen. Die Flusskrebse kommen mit Mais, Kartoffeln, Wurst und Zitrone auf Tische, die mit Zeitungspapier ausgelegt sind, und Einheimische bleiben daran gerne stundenlang sitzen. Bei Clesi’s in Mid-City können Sie beim Kochen zusehen, Frankie and Johnny’s in Uptown serviert seine gewürzten Krebse seit 1941 ohne jeden Schnickschnack. 

USA-Experten-Tipp: Fragen Sie beim Crawfish Boil nicht nach Besteck. Kopf abdrehen, Schwanz auslösen, und wer ganz ehrlich mitessen will, saugt den Kopf aus, das Gewürz steckt nämlich dort. 

Garden District: Mit der Straßenbahn in ein anderes New Orleans 

Nach zwei Tagen im Quarter lohnt ein Tapetenwechsel, und der kostet genau 1,25 US-Dollar. Die St.-Charles-Linie gilt laut dem offiziellen Tourismusportal als älteste durchgehend betriebene Straßenbahnlinie der Welt, sie startet an der Canal Street, fährt rund um die Uhr und rattert unter alten Eichen durch den Garden District bis zur South Carrollton Avenue, vorbei am Audubon Park und den Universitäten Loyola und Tulane. Bezahlen können Sie per App Le Pass oder passend in bar, denn die Fahrer geben kein Wechselgeld heraus, und wer öfter einsteigt, nimmt den Jazzy Pass für 3 US-Dollar pro Tag. 

Der Garden District ist für seine prächtigen Häuser mit großen Gärten bekannt, und wo die Altstadt eng und verwinkelt ist, stehen hier Villen frei zwischen Magnolien und schmiedeeisernen Zäunen. Für ein Abendessen mit Stil bietet sich das Commander’s Palace an, das AFAR zu den prägenden Restaurants der Stadt zählt. 

Ihre Reise nach New Orleans: So planen wir mit Ihnen 

New Orleans entfaltet sich am schönsten, wenn es nicht als Pflichtstopp zwischen zwei Autobahnetappen im Reiseplan steht, sondern genug Raum für Abende bekommt. Genau hier setzen wir an: Wir legen Ihr Hotel so, dass Sie Preservation Hall und Frenchmen Street zu Fuß erreichen, stimmen die Nächte auf Festivaltermine oder bewusst ruhige Wochen ab und verbinden die Stadt mit dem, was davor und danach kommt, etwa mit einer Südstaaten & Texas Rundreise über Nashville und die Golfküste. Wer vorher noch in Tennessee Station macht, findet in unserem Beitrag zu den Nashville Sehenswürdigkeiten die passende Einstimmung. 

Sprechen Sie uns an, und wir planen gemeinsam, wie viele Abende Ihre Reise in New Orleans braucht.

Häufig gestellte Fragen

Frühling und Oktober. Von März bis Mai liegen die Temperaturen laut Tourismusportal zwischen etwa 11 und 26 Grad Celsius, und es ist Festivalsaison. Den Oktober nennt Experience New Orleans wegen des Wetters den besten Monat. Im Sommer klettern die Werte auf bis zu 36 Grad, und Juni bis August bringen die meisten Regentage. 

Ja, und oft sogar entspannter. Live-Jazz gibt es an jedem Abend, im April kommen das kostenlose French Quarter Festival mit über 1.700 Musiker*innen auf mehr als 20 Bühnen und das Jazz Fest hinzu, im August das Satchmo Festival zu Ehren von Louis Armstrong und im Dezember Réveillon-Dinner und Weihnachtssingen am Jackson Square. 

Wir empfehlen drei Nächte. In unserer Beratung taucht New Orleans oft als einzelne Zwischennacht auf einer Südstaaten-Route auf. Weil die beste Musik erst abends beginnt, bleibt dann kaum Zeit für Garden District, Küche und einen zweiten Konzertabend. 

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